In Dänemark werden 17 Millionen Nerze getötet, weil sich auf Farmen das Corona-Virus in mutierter Form ausbreitet. Aber wer trägt denn eigentlich noch Pelz? Die Antwort auf diese Frage hat Dokumentarfilmerin Antonia Coenen.

"Die dänischen Nerzfarmen sind weltweit führend. Es ist ein sehr angesehener Industriezweig, in dem man sehr viel Geld verdienen kann", erklärt Antonia Coenen. Sie hat für die ARD einen Dokumentarfilm über die Pelzindustrie gemacht.

Nerzpelze sind für Märkte in Osteuropa und China

50.000 Tiere werden im Durchschnitt auf einer Farm gehalten. Nerze gelten als Nutztiere, daher würden sie auch so gehalten, erklärt Antonia, die auch auf Farmen in Dänemark gefilmt hat. Mehrere Tiere befinden sich in einem Käfig, der ungefähr DIN A4-groß ist.

"Hochwertige Echtpelzprodukte werden oft als naturnah vermarktet."
Antonia Coenen über die Tricks der Modeindustrie

In Deutschland, das zeigt die Umfrage, wollen die Menschen keinen Echtpelz tragen. Sie tun es aber trotzdem, sagt Antonia, an Bommeln, Kragen, sogar Schuhen. Meistens wissen die Menschen es gar nicht.

Die meisten wissen nicht, dass sie Echtfell tragen

Gekennzeichnet sind Klamotten, die Echtfell enthalten, in Deutschland nicht unbedingt. Als Antonia Verkaufspersonal für ihren Film interviewte, wusste es auch nicht Bescheid. Feststeht laut Antonia Coenen aber, dass Echtfell eben nicht ausschließlich in High Fashion vorkomme, sondern ganz klar auch in Streetwear, Modeassessoires und der Mainstream-Mode.

Nerzfell werde in Deutschland nur bei sehr hochwertigen Produkten vertrieben, sagt Antonia. Das in Deutschland verkaufte Echtfell komme aus China. Gemacht wird es aus dem Marderhund, einem Wildtier, das eben auch gefarmt werde. Es werde aber viel billiger produziert und verkauft wird.

Keine Pelzfarmen mehr in Deutschland

In Deutschland gibt es keine Pelzfarmen mehr. In Folge des Tiererzeugnisse-Handelsverbotsgesetz seien so hohe Anforderungen an die Tierhaltung gestellt worden, dass die Betriebe aufgegeben wurden. Zwar gibt es eine Überganglösung bis 2022, laut dem Deutschen Tierschutzbüro und der zuständigen Behörde in NRW wurden auf der letzten in Deutschland existierenden Farm ab dem Frühjahr 2019 keine Tiere mehr gehalten.