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Google will Tracking via Cookies teilweise beenden und uns so mehr Privatsphäre im Netz geben. Personalisierte Werbung wird aber weiterhin geben.

Personalisierte Werbung im Netz soll auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sein. Dafür nutzt Google Tracking-Cookies, die unsere Daten sammeln und speichern.

Es sei erwähnt: Google kann unser Surf-Verhalten nur dann konkret mit unserer Person verbinden, wenn wir ein Google-Konto haben und damit auch angemeldet sind - was bei Android-Smartphones praktisch automatisch der Fall ist.

Nun will Google uns angeblich mehr Privatsphäre geben. Das erklärt der Suchmaschinen-Konzern jedenfalls in einem Blogpost: "Einen Kurs abstecken hin zu einem stärker Privacy-orientierten Netz". Konkret bedeutet das, dass wir Userinnen und User im beliebten Google-Browser Chrome die Tracking-Cookies blocken können sollen.

Cookies sind auch praktisch

Tracking-Cookies sind kleine Textdateien, die beim Besuchen einer Internetseite gespeichert werden. Mit diesen Cookies kann eine Webseite erkennen, wenn wir sie mal wieder besuchen. "Das ist ganz nützlich", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat. "Da brauchen wir dann Einstellungen oder auch Passwörter nicht jedes Mal erneut einzugeben."

Die eigentliche Idee von Cookies ist, dass sie nur für eine bestimmte Internetseite gelten. Aber damit Userinnen und User (eigentlich: die Geräte, die die User nutzen) auf mehreren Seiten wiedererkannt werden können, hat man Tracking-Cookies eingeführt. Die kommen dann nicht mehr von einer individuellen Website, sondern von einem Werbenetzwerk.

Dort werden wir dann immer wiedererkannt - auch wenn wir auf der konkreten Seite noch nie waren. So werden Daten über uns gesammelt, damit uns vermeintlich die Werbung erreicht, die uns wirklich interessieren könnte.

"Tracking-Cookies in Werbenetzwerken sind eigentlich eine Perversion des ursprünglichen Cookie-Konzepts und natürlich ein Privacy-Problem."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das will Google beenden. In Chrome soll es die Möglichkeit geben, Tracking-Cookies abzuschalten. Unsere Geräte, mit denen wir im Netz unterwegs sind, könnten dann nicht mehr seitenübergreifend wiedererkannt werden.

Neues Konzept: Interessen-Pools

Aber Google will deswegen nicht komplett Schluss machen mit personalisierter Werbung. "Stattdessen will Google uns und unsere aus dem Surfverlauf abgeleiteten vermutlichen Interessen in einem Pool zusammenfassen", sagt Michael Gessat. Wir würden dann zusammengefasst in einem Pool "Fußball", "Yoga" oder "Hundehaltung" - diese Gruppen könnten dann Werbekunden angeboten werden: "Hier könnte Ihre Werbung für Hundefutter stehen."

Das wäre ein gewisser Fortschritt für die Privatsphäre. Die Informationen zum Suchverhalten und der Surfverlauf der Userinnen und User würden nicht mehr eins-zu-eins an Werbenetzwerke übermittelt. Sie blieben lokal auf unseren Systemen.

Trotzdem: Eine Art Dossier, eine Zusammenfassung, für welchen Themengebiete wir uns interessieren, gäbe es trotzdem noch. Und hier haben wir nach wie vor verschiedene Möglichkeiten das zu bewerten:

  • Ich möchte eigentlich gar nicht, dass irgendwer irgendetwas über mich weiß, auch nicht auf abstrakter Ebene, dass ich mich für Fußball oder Yoga interessiere.
  • Oder: Wenn ich schon Werbung angezeigt bekommen, und das ist unvermeidlich, dann doch lieber solche, die einigermaßen zu mir passt.

Kritik an Google

Es gibt schon Kritik an dem neuen Konzept: Ist es etwa garantiert, dass Google die im Browser gesammelten Erkenntnisse tatsächlich nicht weitergibt? Außerdem verschafft sich Google womöglich mit seiner Marktmacht als Suchmaschine Nummer Eins und Browser Nummer Eins einen unfairen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

"Der Schwenk von Google ist eigentlich kein Wunder, sondern sehr nachvollziehbar."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

"Letztlich folgt Google da einem Trend, der nicht aufzuhalten ist", sagt unser Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat: "Es gibt massiven Druck gegen das Tracking."

Aber auch auf wirtschaftlicher Seite gibt es Zweifel, ob das Konzept der personalisierten Werbung tatsächlich so gut funktioniert. Darum meint Michael: "Der Schwenk von Google ist nachvollziehbar."