Antonia Schwoche hat schon immer davon geträumt, im Ausland zu leben. Mit ihrem Mann, der in einer deutschen Kaffeerösterei gelernt hat, macht sie ihren Traum in Peru wahr. Denn dort gibt es viel guten Kaffee, sagt Antonia, aber kein Know-how den Kaffee zu rösten. Wie ihr Kaffee schmeckt, können die Peruaner in ihrem Café direkt probieren.

Die 28-jährige Antonia Schwoche hat schon in der Schule davon geträumt, ins Ausland zu gehen. Spanisch hat sie dort gelernt und in Mexiko ihre erste Auslandserfahrung gemacht. Ihr Mann Manuel stammt aus Peru. Ihn hat sie bei der Ausbildung in einer Hamburger Kaffeerösterei kennengelernt. Von da an haben sie gemeinsam ihren Plan umgesetzt, im Kaffeeanbaugebiet Arequipa in Peru eine Kaffeerösterei einzurichten.

Kaum Kaffeekultur in Peru

Antonia erzählt, dass in Peru noch sehr viel Instant-Kaffee getrunken wird. Und obwohl es sehr guten Kaffee in dem Land gebe - mit unterschiedlichen Geschmacksnoten, aus verschiedenen Bergregionen - sei das Wissen darüber, wie Kaffee richtig geröstet werde, nicht sehr verbreitet.

"Es gibt hier in Peru sehr viel guten Kaffee, aber es fehlt das Know-How - wie röste ich diesen Kaffee?"
Antonia Schwoche

Antonia und Manuel haben das Ziel, den peruanischen Kaffeeproduzente zu zeigen, wie sie Kaffee rösten und welche verschiedenen Zubereitungsarten es für Kaffee gibt. Denn sie bauen hauptsächlich nur Kaffee an, der dann exportiert wird, um dann beispielsweise in Hamburg geröstet zu werden. Mit dem selbst gerösteten Kaffee könnten die Kaffeebauern mehr erwirtschaften, als wenn sie nur die Bohnen exportieren.

"Der Peruaner trinkt gerne nachmittags, abends seinen Kaffee. Gar nicht so, wie wir Deutschen das gewöhnt sind."
Antonia Schwoche
Antonia Schwoche lebt seit drei Jahren in Peru und hat dort ein Café eröffnet.
Antonia Schwoche lebt seit drei Jahren in Peru und hat dort ein Café eröffnet. Manchmal gibt es auch ein Oktoberfest.

Vor rund zweieinhalb Jahren haben Antonia und Manuel ihre Rösterei in Arequipa aufgemacht. Mitgenommen haben sie dafür eine Mühle und eine Espressomaschine, die so in Peru nicht ohneweiteres zu kaufen gibt. Finanziert haben sie das Ganze zunächst aus ihren Ersparnissen. In Zukunft sollen aber Rösterei, Kaffeehaus und Workshops genug erwirtschaften, dass sie davon leben können.