Mit Mitte 20 lernt Ariane Golpira ihren Freund Michael kennen, dem sie kurze Zeit später in den peruanischen Urwald folgt: Die beiden begeben sich gemeinsam auf Goldsuche, später dann in Papua-Neuguinea.

Über 30 Jahre ist es her: Ariane Golpira arbeitet damals als Model in Düsseldorf und ist Mutter einer 5-jährigen Tochter. Bei einer Modenschau lernt sie Michael kennen, die beiden verlieben sich in einander.

Schon damals lebt Michael die meiste Zeit im peruanischen Dschungel und begibt sich dort auf Goldsuche. Ariane ist neugierig genug, um das Abenteuer zu wagen: Sie entscheidet sich, testweise mitzureisen, um zu sehen, ob diese Art von Expedition auch Spaß bereiten kann. Und ihre Tochter Gisa.

"Schon in den ersten Tagen hat mich diese unendliche Wildnis so tief im Herzen berührt, dass alle Wichtigkeiten wertlos wurden. Mir war klar, da tut sich ein neuer Lebensweg für mich auf."
Ariane Golpira, passionierte Goldsucherin

Die erste Expedition in den peruanischen Urwald hat Ariane Golpira eindrucksvolle und prägendende Moment beschert. Mitten im Dschungel hat sie sich durch Licht, das durch die Bäume schien, wie in einer Kathedrale gefühlt. Vieles, was ihr in ihrem Leben als Model in Düsseldorf als wichtig erschienen war, fühlte sich plötzlich unwichtig an.

In diesem Moment, sagt sie, hatte Ariane das Gefühl, dass ihr das Leben einen neuen Weg eröffnet habe.

Aber ganz ließ sie das alte Leben nicht hinter sich: Viele Kajal-Stifte begleiteten Ariane auf dem Weg durch die Wildnis, denn sich mit Kajal zu schminken, gehörte auch im Dschungel weiterhin zu ihrem täglichen Pflegeritual. Gekühlt wurden die Stift im Fluss - wasserfest verpackt in einer Tüte.

"Grünes" Gold - ohne Chemikalien und ohne Dynamit

Ihrem Freund Michael war es sehr wichtig, dass Ariane als erstes einen "Dschungel-Führerschein" absolvieren sollte. Zu den Lektionen gehörte: Wie stelle ich Fallen auf, wie mache mit nassem Holz ein Feuer und wie versorge ich Wunden. Zu groß war Michaels Sorge, dass ihm etwas passieren könnte und Ariane mit ihrer kleinen Tochter Gisa alleine im Urwald dastehen würde.

30-50 Kilogramm Medizin haben die beiden immer im Gepäck. Damit hat sich Ariane immer wieder schnell den Ruf einer Wunderheilerin erarbeitet. Einheimische sind oft kilometerweit gegangen, um die "weiße Frau" zu treffen, die Krankheiten heilen kann. Oft läuft die Heilung auch noch besser, wenn sie einen kleinen Obolus verlangt, erzählt Ariane mit einem Lächeln.

Selbst gekochtes Karamell und Lutscher aus Zuckerrohr

Zwischen 12 und 16 Tonnen ist die gesamte Ausrüstung schwer. Dazu zählen auch lebende Hühner und Schweine. Bei ihrer ersten Expedition waren mehrere Kinder dabei und Ariane hatte vergessen, genug Süßigkeiten mitzunehmen.

Sie löste das Problem, indem sie selbst Karamellbonbons im Urwald kochte, und die Kinder bekamen außerdem einen Urwald-Lutscher aus Zuckerrohr.

"Also wir arbeiten ohne Dynamit, ohne Chemikalien wie Quecksilber, Zyanid oder Schwefelsäure. Wir machen faire Löhne. Wir beteiligen die Landeigner. Wir machen keinen Raubbau an der Natur und wir legalisieren das alles."
Ariane Golpira, passionierte Goldsucherin

Eine ganze Zeit lang waren Ariane und Michael im peruanischen Urwald unterwegs, in den darauffolgenden Jahren reisten sie durch Papua-Neuguinea.

Die Anakonda in der Fischfalle

Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse: Eine Anakonda wollte sich aus einer ihrer Fischfallen bedienen und ertrank dabei. Ariane nahm das riesige Schuppenkriechtier auseinander und kochte es lange - da die Tiere so gut wie nur aus Muskelfleisch bestehen, muss man sie lange garen, erzählt sie.

Ariane vergleicht das Schlangenfleisch mit Hühnerfleisch, das etwas fischig schmeckt. So viele Proteine auf einmal - ein Festmahl für die Goldsucher, die wochenlang durch den Dschungel wandern.

"Grünes" Gold - ohne Chemikalien und ohne Dynamit

Ihren ersten Fund - ein paar eigentlich unspektakulären "Goldflitterchen" hütet Ariane bis heute wie ein Schatz - sie liegen im Tresor. An dem größten Goldnugget - 46 Gramm schwer -, den sie gefunden hat, hing sie hingegen weniger und hat ihn verkauft. Denn, der war im Vergleich viel leichter zu finden.

"Ich bin verliebt in jedes Nugget"

Arianes Tochter Gisa ist inzwischen Schmuckdesignerin und verarbeitet die Nuggets zu Schmuck. Ariane ist sehr glücklich, dass ihre Tochter durch ein modernes Design die Nuggets so in Szene setzt, dass daraus zeitlose Schmuckstücke werden.

Schneller als die großen Konzerne an das Gold gelangen

Viel beschwerlicher ist es für Ariane sich durch den Urwald zu kämpfen als für multinationale Konzerne, die mit dem Hubschrauber leicht hingelangen, dafür dann aber umso skrupelloser mit Chemikalien und Dynamit nach dem Gold suchen würden. Das lehnt Ariane ab und warnt auch die Menschen vor Ort davor.

Ariane ist es wichtig, die Kultur der Einheimischen zu respektieren und die Natur nicht zu zerstören, damit auch kommende Generationen weiterhin dort leben und Nahrung finden können.

Das Buch über ihr Leben im Dschungel

Über ihr ziemlich bewegtes Leben hat sie zusammen mit ihrer Tochter
Gisa ein Buch geschrieben. "Dschungelleben - Wie ich der Zivilisation den
Rücken kehrte und als Goldgräberin mit meiner Tochter in den Urwald zog", heißt es.

Darin kann man Arianes Geschichte nachlesen. Außerdem erfährt man, wie sich die Expeditionen aus der Perspektive ihrer Tochter Gisa abgespielt habe. Die war in den ersten Jahren dabei und hat dann später bei ihrem Vater in Deutschland gelebt.