In Deutschland machen immer mehr Schwimmbäder zu, weil sie zu teuer sind. Die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) hat deshalb knapp 120.000 Unterschriften gesammelt. Sie fordert, dass der Bund die Städte und Gemeinden noch mehr unterstützt. Heute hat sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit der Petition beschäftigt.

Vor knapp 20 Jahren gab es 7.800 Frei- und Hallenbäder, seitdem wurden ungefähr 1.400 Schwimmbäder geschlossen, im Schnitt 80 Bäder pro Jahr. Denn Schwimmbäder zu unterhalten ist teuer. Gemeinden entscheiden sich oft eher dafür, die Schule oder die Straßen zu sanieren als das Schwimmbad. Es gibt nur wenige Kommunen, denen es wirtschaftlich so gut geht, dass sie auch die Schwimmbäder berücksichtigen können. Denn bei Schwimmbädern zahlt die Gemeinde statistisch gesehen auf jede Eintrittskarte zehn Euro drauf.

Schwimmen lernen ist wichtig

Die DLRG sagt, dass nur noch 40 Prozent der Grundschulkinder sicher schwimmen könnten, wenn sie mit der Schule fertig seien. Der Pressesprecher der DLRG, Achim Wiese, sagte im Interview mit dem Deutschlandfunk, Schwimmenlernen rette Leben und gehöre mit zur Kultur.

"Ein Schwimmbad wird sich betriebswirtschaftlich niemals rechnen, sondern es ist eine Daseinsvorsorge und wir sagen, es ist sogar eine Pflicht-Daseinsvorsorge."
Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG

Hohe Investitionen notwendig

Rettungsaktionen für Schwimmbäder gab es schon in der Vergangenheit. In den 1960er Jahren in der Bundesrepublik und Anfang der 1990er Jahre für Ostdeutschland. Diese Rettungsaktionen wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund mitgefördert.

Der Städte- und Gemeindebund sagt, dass ungefähr 4,6 Milliarden Euro nötig seien, um die Schwimmbäder zu renovieren. Laut DLRG, sei es nicht das Ziel, in jedem Ort ein Bad zu haben, aber es müsse zumindest möglich sein, dass Menschen überall schwimmen lernen können.

Dass das Thema im Petitionsausschuss besprochen wurde, heißt erst einmal nur, dass es Gehör findet. Ab 50.000 Unterschriften muss sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit Petitionen befassen. Eine Entscheidung zu der Petition "Rettet die Bäder" wurde im Petitionsausschuss nicht getroffen, denn es gibt noch zu viele offene Fragen, wie die Sanierung der Schwimmbäder finanziert werden soll.