Als Alternative zu Kaffee-To-Go-Bechern gibt es Mehrweg-Pfandbecher. Die Systeme, die es gibt, funktionieren - allerdings fehlen ihnen noch ausreichend Nutzer.

Jeder Deutsche benutzt im Schnitt etwas mehr als 30 Pappbecher im Jahr, schätzt die Deutsche Umwelthilfe – insgesamt sind das 2,8 Milliarden Becher. Das bedeutet viel Müll.

Eine Alternative dazu sind Mehrweg-Kaffeebecher aus Plastik. Gezahlt wird ein kleiner Pfand-Betrag, den man zurückbekommt, wenn man den Becher zurückgibt.

Pfandbecher-System noch nicht sehr stark verbreitet

Das System ist aber noch nicht sehr stark verbreitet. "Die Großen halten sich sehr zurück, etwa McDonalds, Starbucks, Tchibo. Genau die müssen sich aber beteiligen, damit es ein bundesweites, einheitliches System gibt", sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe.

Mögliche Gründe dafür könnten sein:

  • Das Pfandsystem kostet die Ausgabestellen Geld: Die Kaffeeverkäufer müssen an das Unternehmen, das die Pfandbecher verteilt, eine Gebühr zahlen.
  • Manche Kaffeeverkäufer sorgen sich um die Hygienebestimmungen: Wenn die Kunden ihren gebrauchten Becher mitbringen und der dann wieder befüllt wird, könnten sie sich Keime ins Haus holen.
  • Manche kleine Bäckerfilialen haben keine Spülmaschine und müssten die Pfandbecher per Hand spülen. Es gibt die Idee, die Becher einzusammeln und an zentralen Orten zu spülen. Aber bis sich das lohnt, müssen noch viel mehr – vor allem die großen Firmen – bei dem Pfandbechersystem mitmachen, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe.

Umwelthilfe fordert Abgabe für Pappbecher

Die Umwelthilfe fordert wegen der Startschwierigkeiten der Pfandbecher eine Abgabe auf Einwegbecher: 20 Cent extra für jeden verkauften Pappbecher, um mehr Menschen vom Pfandbecher zu überzeugen. Einzelne Städte, etwa die Stadt Tübingen, planen das schon. Allerdings ist es rechtlich umstritten, ob eine Stadt das überhaupt darf.

Ein weiteres Problem: Im Moment gibt es noch mehrere Unternehmen, die Pfandbechersysteme anbieten – und die alle stehen in Konkurrenz zueinander. Gespräche über eine Zusammenarbeit gab es zwar bereits, eine Einigung steht aber noch aus.

"Es wäre eine Möglichkeit, dass es nicht einen Anbieter gibt, sondern mehrere. Sie müssen dann zum gleichen Pfandpreis funktionieren. Und Rückgabeautomaten müssen beide Becher erkennen können.“
Anna Jung, Pfandbecher-Anbieter ReCup

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