Reiten ist nicht ungefährlich. Damit Pferde mit ihren Reitern klar kommen, werden sie von Profis ausgebildet. Ein Siegel soll die harmonische Pferdeschule zertifizieren.

Reiten ist eine großartige Freizeitbeschäftigung, das finden zumindest in Deutschland fast 4 Millionen Menschen. Es ist aber nicht so ganz ungefährlich. Denn wenn sich 500 bis 600 Kilo Lebendgewicht selbstständig machen, kann das ganz schön böse enden. Viele Reitpferde werden deshalb von Profis ausgebildet.

Pferde finden Kooperation grundsätzlich gut

Bei der Pferdeausbildung geht es darum, Vertrauen aufzubauen, die Tiere nicht zu erschrecken und ihnen Zeit zu lassen, sich mit Neuem vertraut zu machen. Dabei kann positive Bestärkung den jungen Tieren helfen. Denn: "Pferde stehen total darauf gelobt zu werden", erklärt Nora Hespers. Die DRadio-Wissen-Reporterin hat sich die Ausbildungsbedingungen angesehen.

Gewaltvolle Trainingsmethoden

Nicht immer läuft das Training mit Pferden harmonisch. Neben Schlägen und grobem Umgang mit den Tieren ist ein Beispiel für gewaltvolles Training die sogenannte Rollkur. Wenn ein Pferd im Kontakt mit Menschen dauerhaft Gewalt oder Schmerzen erlebt, dann wird es verhaltensauffällig - das kann für Reiter gefährlich werden.

"Misshandelte Pferde können beißen, treten oder beim Reiten plötzlich so bocken, dass der Reiter runterfällt. Da fehlt dann einfach grundsätzlich das Vertrauen."
Nora Hespers, DRadio WIssen

Größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat ein Siegel entwickelt, mit dem Reitbetriebe ausgezeichnet werden, die im Sinne des Verbands ausbilden. Dieser hat schon 1995 in den "Ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes" formuliert, dass das Ziel jeder Ausbildung die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd ist. Das Siegel soll garantieren, dass diese Grundsätze auch eingehalten werden.

"Es gibt keine richtigen Unfallstatistiken im Reitsport. Wenn ein Reiter runterfällt, kann es sein, dass er noch nicht so gut reitet, das sich das Pferd einfach krass erschreckt oder es nicht gut trainiert oder behandelt wurde."
Nora Hespers, DRadio WIssen

Das Siegel ist aber letztlich nur eine Momentaufnahme von dem Tag, an dem die Prüfungskommision den Betrieb begutachtet hat. Es hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Wer zum Beispiel ein Pferd bei einem Betrieb kaufen möchte, sollte zusätzlich recherchieren, mit Menschen sprechen, die dort selber reiten und einfach beim Training zusehen.