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Ein klarer Gewinner der Pandemie: Zimmerpflanzen. Sie waren im vergangenen Jahr besonders beliebt - und werden deshalb immer teurer. Das führt auch dazu, dass in Gartencentern die Blätter von besonders wertvollen Exemplaren geklaut und weiterverkauft werden. Dabei lassen sich die eigenen Pflanzen ganz leicht selbst vermehren.

Wer eine besondere Pflanzen großziehen will, kann im Gartencenter oder auf Portalen wie Ebay Kleinanzeigen locker bis zu 200 Euro loswerden. Denn Pflanzen sind im Trend. Um knapp 10 Prozent ist der Umsatz 2020 gestiegen.

Achtung beim Kauf von Ablegern

Und es hat sich noch ein anderer Trend entwickelt: In vielen Gartencentern werden die Blätter oder Stengel von besonders wertvollen Zimmerpflanzen geklaut und weiterverkauft. Für die Gartencenter ein großes Problem, denn um sich zu erholen, brauchen die Pflanzen oft mehrere Monate. So kann für das Gartencenter ein Schaden von bis zu 150 Euro entstehen, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein.

"Wer beispielsweise auf Ebay Kleinanzeigen einen teuren Ableger kauft, sollte sich auf jeden Fall ein Foto von der Mutterpflanze mitschicken lassen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Für die Diebe lohnt sich das Geschäft: Denn die Blätter und Stengel verkaufen sie auf Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen für bis zu 200 Euro. Wer sicher gehen will, dass er keinen geklauten Ableger kauft, sollte sich vorm Kauf am besten ein Foto der Mutterpflanze schicken lassen.

Eigene Pflanzen oder die von Freunden vermehren

Wer weniger Geld ausgeben möchte, kann auch die eigenen Pflanzen vermehren oder Freunde nach Ablegern ihrer Exemplare fragen. Für die Züchtung eignet sich ein Seitentrieb, den die Pflanze selbst gebildet hat und der bereits eigene Wurzeln hat.

"Den Seitentrieb mit einem scharfen Messer dicht an der Mutterpflanze abtrennen. Am besten das Messer auch noch desinfizieren - so kommen keine Keime in die offenen Stellen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Eine saubere Trennung ist hierbei wichtig. Dafür reicht ein scharfes, desinfiziertes Messer. Dann kann der abgetrennte Ableger in einen Topf mit Anzuchterde gegeben werden. Wichtig: Keinen Dünger benutzen! Denn der ist für die feinen Wurzeln zu aggressiv.

Die Pflanze auf eine Fensterbank stellen und darauf achten, dass sie nicht zu viel Sonnenlicht abbekommt. Dann erst einmal nur wenig gießen, damit die Wurzeln nicht faulen.

Steckling statt Ableger

Hat eine Pflanze noch keinen Ableger, dann reicht auch ein Steckling. Dafür wieder ein scharfes, desinfiziertes Messer nehmen und einen Trieb unterhalb des Sprossenknotens abschneiden. Der Sprossenknoten ist der Punkt an dem ein oder mehrere Blätter abgehen. Am besten einen Trieb wählen, der nicht verholzt ist und weder Knospen noch Blüten trägt.

"Den Steckling dann in ein Glas mit Wasser setzen und warten bis er unten Wurzeln gebildet hat. Das kann ein paar Tage oder Wochen dauern. Das Wasser zweimal die Woche wechseln!"
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Sobald der Steckling Wurzeln gebildet hat, kann er in den Topf gesetzt und leicht angegossen werden. Stecklinge ziehen funktioniert allerdings auch ohne sie vorher in Wasser zu setzen: Sie lassen sich auch direkt in befeuchtete, nährstoffarme Erde setzen.

Plastiktüte als Gewächshaus

Über den Steckling dann eine befeuchtete Plastiktüte ziehen. Sie funktioniert wie eine Art Gewächshaus und verhindert, dass das Wasser zu schnell verdunstet. Die Tüte immer wieder abnehmen und lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Sobald neue Triebe wachsen, kann die Tüte abgenommen werden.

Ist die Pflanze dann kräftig genug, kann sie umgetopft und in ein Substrat mit mehr Nährstoffen gegeben werden, damit sie wächst. Für diese Art der Züchtung eignen sich vor allem Ficus, Drachenbaum, Monstera, Zebrakraut oder Zyperngras.