Ein Unternehmen verfolgt einen neuen Ansatz, Krebs zu bekämpfen: Es lässt künstliche Intelligenz die Entstehung von Krebs analysieren und dann ein Krebsmedikament entwickeln.

2009 hat das US-amerikanischen Unternehmen Berg Health aus Framingham bei Boston begonnen, sich Zell-Material von 1.000 Krebspatienten überall in den USA zu besorgen. Darunter war das von Tumoren aus Brust, Prostata, Leber, Niere, Lunge und Gehirn stammt. Auch erhielt das Unternehmen gesunde Zellen. Es erforschte so die Abläufe im Zellinneren von gesunden Zellen sowie Krebszellen und sammelte 14 Trillionen Daten über jede Zellkultur.

Aus diesen Datenpunkten modellierte der Rechner eine Art Karte, die für jede Zellkultur in noch nie dagewesener Detailliertheit die Abläufe von Ereignissen aufschlüsselt, die von einer gesunden Zelle zu einer Krebszelle führen.

Computer entwickelt Molekül-Kombination

Die künstliche Intelligenz verglich dann die Daten der gesunden und der Krebs-Zellen - und entwickelte eine bestimmte Molekül-Kombination, die als Krebs-Medikament funktionieren könnte. Normalerweise ist das jahrelanger Arbeit von Wissenschaftlern nach dem Hit-and-Hope-Prinzip.

Berg Health hat nach eigener Angabe Medikamente zur Bekämpfung einzelner Krebsarten und für Alzheimer und Parkinson entwickelt. Bis das erste Daten-generierte Medikament auf dem Markt ist - falls es überhaupt klappt - wird aber noch viel Zeit vergehen. Das am weitesten entwickelte Medikament BPM 31510 wird immerhin bereits an Menschen erprobt.