Schutzmasken aus Online-Shops, die plötzlich nicht mehr aufzufinden sind. E-Mails zu Kurzarbeitergeld, die zu viel wissen wollen. – Die Corona-Krise wird auch von den Betrügern für ihre Zwecke genutzt. Wer aufmerksam ist, kann die Fallen aber erkennen.

Während unter dem Hashtag #Nachbarschaftsliebe viele Bilder zu sehen sind von jungen Menschen, die ihren älteren Nachbarn die Einkäufe vor die Türe stellen, gibt es auch immer mehr Meldungen von Betrügern, die die Corona-Krise für ihre Zwecke ausnutzen. Dabei sind einige Tricks gar nicht so neu, kommen jedoch im Corona-Gewand daher und sind deshalb nicht auf Anhieb zu erkennen.

Aus Enkeltrick wird Corona-Trick

Auf den Enkeltrick, bei dem ältere Menschen angerufen und von angeblichen Enkeln oder alten Bekannten um große Summen Geld gebeten werden, fallen immer wieder Menschen rein. Für die Corona-Krise wurde dem Betrugstrick nun ein Update verpasst, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Timo Nicolas.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt zum Beispiel vor Kriminellen, die so tun, als ob sie an Covid-19 erkrankte Angehörige seien und nun dringend Geld für eine Behandlung bräuchten.

Kurzarbeitergeld als Vorwand für Phishingmails

Die Bundesagentur für Arbeit warnt außerdem davor, dass Betrüger kleinere Firmen und Unternehmen mit der Mailadresse kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de anschreiben. In dieser Fake-Mail werden Daten zur Person, zum Unternehmen und zu den Beschäftigten abgefragt unter dem Vorwand, das Kurzarbeitergeld auszahlen zu wollen.

Banken fragen nie nach der Pin

Auch Phishingmails, die an Privatpersonen gerichtet sind, kursieren gerade zur Genüge im Netz. Hier wollen Betrüger an Kontodaten herankommen, indem sie sich als die Hausbank ausgeben. Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken warnt vor diesen E-Mails: Eine Bank würde niemals nach Pin- oder Tan-Nummern eines Kunden fragen.

"Man sollte also sehr vorsichtig sein, wenn man aktuell E-Mails von der vermeintlich eigenen Bank erhält. Und sich immer im Klaren sein: Banken fragen ihre Kunden nie per E-Mail nach Pin- und Tan-Nummern."
Tanja Beller, Bundesverband deutscher Banken

Betrug mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln

Zudem entstehen zurzeit im Netz regelmäßig neue Online-Shops, die seriös aussehen, und für Atemmasken, Handschuhe oder Desinfektionsspray sehr viel Geld verlangen – dies meistens per Vorkasse. Viele der Seiten sind bei Google teilweise sehr hoch gerankt und fallen deshalb den Usern schnell ins Auge.

"Solche Online-Shops sind gar nicht so schwer zu finden. Bei Google sind die teilweise hoch gerankt, ganz oben in den Anzeigen, wenn man die entsprechenden Suchbegriffe eingibt."
Timo Nicolas, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Doch nicht jede dieser gut gerankten Seiten kann man vertrauen, erklärt Timo Nicolas. Nicht alle der angebotenen Produkte werden auch wirklich geliefert. Teilweise wird auch eine Lieferzeit von sechs Wochen angegeben. Einige der Online-Shops verschwinden jedoch nach einer kurzen Zeit wieder aus dem Netz und sind nicht mehr aufzufinden – das Geld ist dann weg.

Ein Beispiel hierfür ist die Seite Schutzshopping24.de. Die Firma, die im Impressum angegeben ist, existiert laut Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung gar nicht.

Überprüfen und Vorkasse meiden

Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, wie man solche Seiten entweder entlarven oder zumindest nicht so schnell sein Geld verlieren kann:

  1. Es reicht manchmal schon, die Namen der ominösen Seiten zu googeln. Tauchen diesbezüglich viele negative Bewertungen auf oder beschweren sich viele wütende Nutzer auf Bewertungsportalen wie Trustpilot, dann kann man davon ausgehen, dass etwas mit der Seite nicht stimmt.
  2. Eine Bezahlung per Vorkasse sollte man vermeiden. Wer sichergehen möchte, sollte nur Zahlungsmethoden mit einem Käuferschutz nutzen, wie beispielsweise Paypal. Hier ist die Chance, dass man sein Geld am Ende wiederbekommt, zumindest etwas höher.