Der klassische Weg zum Physiotherapeuten war lange Zeit die Ausbildung. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Physiotherapie kann man auch an der Uni studieren. Der wissenschaftliche Hintergrund soll die praktische Arbeit mit dem Patienten verbessern.

Über 137.000 Physiotherapeuten gibt es in Deutschland. Die meisten von ihnen sind durch eine Ausbildung in den Beruf gekommen. Physiotherapie kann man aber auch an der Hochschule studieren. Bisher sind zwar nur etwa 2 Prozent der Physiotherapeuten hierzulande Akademiker, doch der Studiengang wird immer beliebter.

Reflektierender Praktiker

Wie die Ausbildung qualifiziert auch der Bachelor direkt für die Arbeit am Patienten. Durch das Studium wird der akademisierte Physiotherapeut aber auch zum reflektierenden Praktiker. Das wissenschaftliche Arbeiten, das durch das Studium vermittelt wird, soll später helfen, die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen und die Evidenz der aktuellen Forschung sowie neue Behandlungsmethoden mit einzubeziehen.

"Anatomie, Physiologie, aber auch die gesamte Krankheitslehre in allen medizinischen Disziplinen, das ist natürlich schon ein ganz schöner Brocken zu lernen"
Susanne Klotz, Sprecherin des Bundesstudierendenrats des Deutschen Verbands für Physiotherapie.

Wer sich für den Bachelor-Studiengang Physiotherapie entscheidet, der muss im Vergleich mit anderen Studiengängen über dreieinhalb bis vier Jahre ein hohes Arbeitspensum leisten, sagt Susanne Klotz. Während des Semesters werden die Studenten theoretisch ausgebildet, die vorlesungsfreie Zeit dient der praktischen Ausbildung am Patienten.

Spezialisierung mit dem Master

Physiotherapie als Primärfach kann man zurzeit an über 40 Hochschulen studieren. Hinzu kommen einige Kooperationen mit ausländischen Hochschulen. Physiotherapie lässt sich gut mit anderen Fächern kombinieren. Während der Bachelor vor allem für die praktische Arbeit qualifiziert, können sich Studenten im Master spezialisieren - zum Beispiel in den Bereichen Management oder Forschung.