Pickleball ist eine Mischung aus Tennis, Badminton und Tischtennis. Die Trendsportart Pickleball erobert gerade die USA und ist auch schon in Deutschland angekommen. Ein Steckbrief.

Geburtstag:

Wie viele Trendsportarten, die irgendwann einen Hype erleben, ist auch Pickleball schon etwas länger auf der Welt. Erfunden haben das Spiel drei Väter in Bainbridge Island, Seattle, in den USA. Sie hatten nach einer Beschäftigung für ihre Kinder und nach einem Spiel für die ganze Familie gesucht. Das war im Jahr 1956.

Bekanntheit:

In den USA wird der Sport immer beliebter und ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten im Land. Inzwischen gibt es dort fast fünf Millionen Spieler*innen – das sind fast doppelt so viele wie vor fünf Jahren.

Dass das ganze weltweit ein Trend ist, zeigt die Existenz der Internationalen Pickleball-Vereinigung. Laut NPR sind dort mindestens 70 Nationen Mitglieder. Die meisten sind in den vergangenen drei Jahren dazu gekommen.

In Deutschland wurde der erste Pickleball-Club vor etwa zehn Jahren gegründet. Laut dem Deutschen Pickleball-Bund gibt es mittlerweile 55 Vereine im ganzen Land.

So funktioniert es:

Pickleball wird auf einem Doppel-Badminton-Feld gespielt. Das Netz ist dabei etwas weiter unten als ein Tennis-Netz. Die Schläger sehen wie zu groß geratene Tischtennisschläger aus, sind etwa doppelt so groß wie diese und meistens aus Holz.

Der Ball erinnert ein wenig an ein Hundespielzeug. Er ist gelb, aus Hartplastik und hat Löcher. In der Regel spielt man im Doppel gegeneinander, also zu viert.

Was hat das mit Gurken zu tun?

"Pickle" heißt auf Deutsch so viel wir Gürkchen. Der Name des Spiels hat damit aber nichts zu tun. Zur Namensgebung finden sich zwei unterschiedliche Geschichten.

"Entweder hatte einer der Väter einen Hund, der Pickles hieß und immer hinter dem Ball her war", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anna Kohn. "Oder die Frau des einen hat das Spiel nach dem Pickle Boat so benannt. Das ist ein Ruderboot, das aus Ruderern zusammengesetzt wird, die aus den Resten anderen Boote ausgewählt wurden – also eine wilde Mischung von Leuten."

Warum ist das Spiel so beliebt?

Der Vorsitzende des Deutschen Pickleball-Bundes, Andreas Kopkau, erklärt die "Faszination Pickleball" damit, dass der Sport für jeden Menschen geeignet ist. Das liegt daran, dass die Bälle langsamer fliegen als Tennisbälle, die Regeln einfach sind und Spieler*innen nicht supersportlich sein müssen. Pickleball lässt sich gemütlich, aber auch schnell spielen.

Gibt es berühmte Pickleball-Spieler*innen?

Es gibt zumindest Promis, die den Trendsport machen, der Schauspieler Matthew Perry zum Beispiel. Auch auf Instagram gibt es inzwischen Pickleball-Mikro-Influencer*innen wie Leo Chun und auch Blogs. Laut "New York Times" haben erst kürzlich mehrere große Sportsender wie "CBS" oder "ESPN3" angekündigt, den Sport zu übertragen.

  • Moderator:  Till Haase
  • Gesprächspartnerin:  Anna Kohn, Deutschlandfunk Nova