Pinguine kommunizieren an Land miteinander. Das ist bekannt. Jetzt haben Forschende in Südafrika herausgefunden, dass Pinguine auch unter Wasser Laute von sich geben. Der Pinguin-Experte Klemens Pütz von der Stiftung Antarctic Research Trust erklärt, was die Laute bedeuten könnten.

Bei den Kaiserpinguinen klingt der Ruf der Eltern nach ihren Jungen ein bisschen wie ein Knattern. Die Küken hingegen geben eher Pfeiflaute von sich. Die Laute sind bei den einzelnen Tieren so unterschiedlich, dass Eltern und Kinder sich anhand dieser Geräusche immer wiederfinden können.

"Individuell wissen die Eltern dann: Das ist mein Küken."

Unter Wasser geben die Pinguine eher quietschende Laute von sich, die nur wenige Sekunden lang sind. Wie sich das anhört, haben jetzt erstmals Forschende aus Südafrika herausgefunden, indem sie Pinguine mit Videokamera mit eingebauten Mikrofonen ausgestattet haben (eines der so entstandenden Videos findet ihr hier).

Bedeutung der Pinguin-Laute ist noch unbekannt

Was die Pinguine mit ihren Unterwasserlauten ausdrücken wollen, wissen die Wissenschaftler noch nicht. Klemens Pütz erklärt, es wird vermutet, dass die Geräusche mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängen. "Man vermutet, dass es Kommunikation ist. Aber welchem Zweck die dient, ist noch unerforscht", sagt der Pinguin-Experte.

"In dem Moment, wo sie beschleunigen, um einen Fisch oder einen Krill zu greifen, machen sie dieses Geräusch."
Klemens Pütz, Antarctic Research Trust

Bisher kennen wir zum Beispiel Walgesänge oder Robben, die unter Wasser Geräusche machen. Aber dass Seevögel, die über der Wasseroberfläche kommunizieren, auch unter Wasser Laute von sich geben, das sei neu, erklärt Klemens Pütz.

Pinguine haben eine verstärkte Luftröhre, die bei dem hohen Druck, der unter Wasser herrscht, nicht kollabiert. Auch die Lunge ist dem Fortbewegen unter Wasser angepasst. Wie genau Pinguine diese Organe bei der Kommunikation unter Wasser einsetzen, dass muss jetzt ebenfalls erforscht werden, so der Pinguin-Experte.