Bei Weltraum-Missionen gilt: Organismen dürfen nicht versehentlich auf Planeten gebracht und anderes herum auch nicht zur Erde mitgenommen werden. 

Raumfahrt-Missionen - beispielsweise um den Mars zu erforschen - kosten mehrere Hundert Millionen Dollar. Dieses Geld wäre verschwendet, wenn wir auf dem Mars Organismen finden würden, die wir unabsichtlich selbst dort hingebracht haben. 

Um zu gewährleisten, dass im All "alles sauber abläuft", wurden 1967 im Weltraumvertrag Richtlinien dafür festgelegt. Zurzeit hat die Nasa die Stelle eines Planetary Protection Officers ausgeschrieben, der dafür sorgt, dass diese Regeln eingehalten werden. 

"Verschmutzung" kann in beide Richtungen geschehen

Egal, ob Satelliten in Umlaufbahnen gebracht werden oder ein Rover auf einem platziert wird - die Richtlinien für Planetary Protection sind dieselben. Keine Organismen oder Moleküle sollen ungewollt auf Planeten gelangen und auch nicht von dort auf die Erde gebracht werden. 

Astronomen sprechen von Vorwärts-Kontamination, wenn wir andere Planeten "verschmutzen" und Rückwärts-Kontamination, wenn wir extraterrestrische Lebensformen und Moleküle versehentlich auf die Erde mitbringen. 

"Die Richtlinien für Planetary Protection sind nicht etabliert worden, um die Himmelskörper zu schützen, sondern wissenschaftliche Untersuchungen, die wir auf den Himmelskörpern machen wollen."
31 Likes, 2 Comments - Clark Planetarium (@clarkplanetarium) on Instagram: "This Week in Space History: On Aug. 5, 2012, the Curiosity Rover landed on Mars. Photo from @NASA"
This Week in Space History: On Aug. 5, 2012, the Curiosity Rover landed on Mars. Photo from @NASA
"Die Reinigung umfasst aggressive Prozesse - das muss schon im Design berücksichtigt werden."

Dass die Raumfahrzeuge möglichst rein sein müssen, wird schon im Designprozess beachtet. Die einzelnen Teile müssen gereinigt oder sogar sterilisiert werden können. 

Rein, reiner, steril

Der Zusammenbau von Satelliten erfolgt beispielsweise in "sehr reinen Reinräumen", sagt Gerhard Kminek, der Planetary Protection Officer bei der Weltraumagentur ESA ist. Bei Flugsystemen sind die Reinräume sogar noch etwas reiner. 

"100 prozentige Sterilität ist für die meisten Teile des Satelliten gar nicht notwendig - es muss nur, von der biologischen Seite her, sehr rein sein."
Gerhard Kminek, Europäische Weltraumagentur ESA

Der Zusammenbau, verschiedene Tests und die Startvorbereitungen werden alle unter diesen Bedingungen durchgeführt. Hinzukommen noch 3.000 bis 5.000 biologische Tests. 

Nur die Geräte, mit denen nach extraterrestrischem Leben gesucht wird, müssen noch reiner sein, deswegen werden sie in sterilen Glasboxen zusammengebaut. Weltraumtechniker können nur mit fest angebrachten Handschuhen in diese Boxen greifen.

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View out the window in space has a new spacecraft in site. Orbital ATK's Cygnus cargo craft (left) is seen from the Cupola module windows aboard the International Space Station (@ISS) on Oct. 23. The main robotic work station for controlling the Canadarm2 robotic arm is located inside the Cupola and was used to capture Cygnus upon its arrival. The crew will unload approximately 5,000 pounds of science investigations, food and supplies from the newly arrived spacecraft. The cargo aboard the Cygnus will support dozens of new and existing investigations as the space station crews contribute to about 250 science and research studies. The new experiments include studies on fire in space, the effect of lighting on sleep and daily rhythms, collection of health-related data, and a new way to measure neutrons. Image Credit: NASA #nasa #space #iss #spacecraft #spacestation #cygnus #orbitalatk #astronauts #earth #science