Plankton bildet ungefähr die Hälfte des Sauerstoffs auf der Erde - außerdem ist es ein wichtiges Glied in der Nahrungskette in den Ozeanen. Das Forschungsschiff Tara hat drei Jahre lang Daten über Plankton gesammelt.

Es sieht aus wie eine Mini-Raumstation oder wie eine glitzernde Kugel: Plankton. Neben ihrem interessanten Äußeren sind die winzigen Tiere, Pflanzen und Bakterien aber auch enorm wichtig für das Gleichgewicht der Kreisläufe auf der Erde. Plankton produziert zum Beispiel rund die Hälfte des Sauerstoffs unseres Planeten.

Wichtiges Glied in der Nahrungskette

Damit ist Plankton für die Sauerstoffproduktion ähnlich wichtig wie die Regenwälder. Und bei ihrer Sauerstoffproduktion regulieren die Mini-Organismen zusätzlich auch noch das Klima:

  • Das pflanzliche Plankton, Phytoplankton, schwimmt in großen Mengen auf den obersten Meeresschichten, wo noch Sonne hinkommt. Das Licht ermöglicht ihnen, Photosynthese zu betreiben.
  • Dafür nimmt das Plankton Kohlendioxid auf und gibt Sauerstoff ins Wasser oder in die Luft ab.
  • Dabei entzieht das Plankton der Atmosphäre auch das wichtigste Treibhausgas: Ein guter Teil des aufgenommenen Kohlendioxids wird in die Tiefe der Weltmeere verfrachtet, sobald das Plankton abstirbt und zu Boden sinkt.

Außerdem ist Plankton auch wichtig für die Nahrungskette im Meer. Pflanzliches Plankton wird von tierischem Plankton, Zooplankton, gefressen; das wird wiederum von Fischen gefressen, die auf der Speisekarte von Robben stehen. Die werden letzten Endes von Schwertwalen gejagt - gäbe es also aus irgendwelchen Gründen kein Plankton mehr, wäre das ein ernsthaftes Problem für die Tiere im Meer.

Forscher haben riesige Datenbank über Plankton erstellt

Ein internationales Forscherteam hat die letzten drei Jahre an Bord des Forschungsschiffs Tara Daten über Plankton gesammelt. Dafür sind die Wissenschaftler an 210 Stationen vor Anker gegangen, das Plankton mit Netzen mit 0,1 Millimeter dichten Maschen gesammelt und weltweit mehr als 35.000 Proben aus den obersten Wasserschichten genommen.

In einem systematischen Katalog haben die Forscher über 40 Millionen Gene der Kleinstlebewesen gespeichert. Die Datenbank soll als Basis für weitere Untersuchungen dienen, zum Beispiel für die Frage, wie sich die Erwärmung der Meere auf das Plankton auswirkt

Wichtiges Ergebnis der Expedition ist, dass Plankton offenbar temperaturempfindlich ist: Die Zusammensetzung des Planktons hängt vor allem von der Temperatur der obersten Meeresschichten ab. Deswegen rechnen die Forscher damit, dass die Plankton-Gemeinschaften in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten ganz anders aussehen könnten, wenn sich die Meere weiter erwärmen.