In der Modewelt ist für kurvige Frauen wenig Platz. Die US-Vogue hat die Sängerin Lizzo auf das Cover geholt. Plus-Size-Model Julia Kremer erklärt, warum das wichtig ist.

Die Sängerin Lizzo hat es auf das Cover der US-Ausgabe der Vogue geschafft – fotografiert von Hype Williams und in einem Kleid von Valentino. Eine schwarze Plus-Size Frau auf dem einflussreichen Fashion-Magazin - das ist etwas Besonderes für die Branche.

"So ein Vogue-Cover ist sehr, sehr wichtig. Dadurch ändern sich Sehgewohnheiten."
Julia Kremer, Plus-Size-Model

Julia Kremer, Plus-Size-Model, freut sich über das Lizzo-Cover, es zeige Diversität. Julia hofft, dass dieses und vergleichbare Bilder Sehgewohnheiten verändern.

Ein Bruch mit einseitigen Idealen

Sie findet, dass dem Bild einseitige Schönheitsideale gegenüber stünden: die des Schlankseins. "Wir kennen nur Frauen, die einen Kleidungsgrößenspielraum von vielleicht 32 bis 38 haben. Alles andere ist in den Medien wenig gesehen und vertreten", sagt Julia.

Sie vermutet, dass sich nicht alle über das Lizzo-Cover freuen werden. Sicherlich werde auch der Vorwurf erhoben, dass hier Übergewicht verherrlicht wird, vermutet sie. Julia sagt: "Es geht doch nur darum, dass man nicht mehr diskriminiert werden möchte."

"Wichtig ist, dass aufgehört wird, zu diskriminieren – egal ob es um Statur, um Hautfarbe oder um zu dünn oder zu dick geht."
Julia Kremer, Plus-Size-Model

Julia nimmt momentan an der Miss-Germany-Wahl teil und ist unter den verbleibenden 160 Teilnehmerinnen. Sie sagt: "Ich bin auf jeden Fall die erste kurvige Teilnehmerin in Deutschland."

Das zeige, dass der Miss-Germany-Contest angepasst werde. Es gehe weniger darum, dass sich die schönste Kandidatin durchsetzt, sondern eher um authentische, empowernde Frauen, findet Julia. Sie sagt: "Ich könnte dieses Jahr nicht dabei sein, wenn sich in den Jahren davor nicht schon was getan hätte."