Eine kanadische Biermarke und ein neuseeländisches Ledergeschäft haben sich aus Versehen "Schamhaar" genannt. Das ist peinlich. Und hätte echt nicht sein müssen.

"Huruhuru" klingt hübsch. Das haben sich eine kanadische Biermarke gedacht und ein neuseeländisches Ledergeschäft. Allerdings lautet so auch das Wort für Schamhaar in der Sprache der Maori, der indigenen Bevölkerung Neuseelands.

Einem Muttersprachler ist diese unglückliche Dopplung aufgefallen, und hat beiden Unternehmen einen Tipp gegeben, dass das Bier und der Laden nun eben "Schamhaar" heißen. Die Biermarke will sich nun umbenennen. Für den Ledershop sei das allerdings zu teuer, sagen sie.

Namenspatzer passieren immer wieder

Ein schwacher Trost ist vielleicht, dass es solche Namenspatzer immer wieder gibt. In den 70er-Jahren hatte Ford den "Pinto" auf den Markt gebracht. "Pinto" steht in Brasilien für "Pimmel". Und der japanischen Autohersteller Mitsubishi hat einen Geländewagen im Angebot, der "Pajero" heißt. Im Spanischen heißt "Pajero" allerdings "Wichser". Darum heißt das Auto in Spanien "Montero" - Jäger.

Laut Statista sprechen weltweit fast 400 Millionen Menschen spanisch. Darauf müssen international tätige Konzerne Rücksicht nehmen, wenn sie sich Namen für ihre Produkte ausdenken. Darum gibt es spezielle Agenturen, die sich genau darum kümmern.

Sybille Kircher etwa leitet die Agentur Nomen. Wenn sie Namen für Marken oder Produkte entwickelt, checkt sie auch, ob es zu peinlichen Fails kommen könnte, weil das schöne Wort in einer anderen Sprache etwas Unangenehmes bedeutet.

"Wir konzentrieren uns natürlich auf die Sprachen, die für den Kunden wichtig sind."
Sybille Kircher, Agentur Nomen

Dabei achtet Kircher vor allem auf die Länder, die für ihre Kundinnen und Kunden besonders wichtig sind: "Dann gehen wir natürlich zunächst mal auf die Sprachen, die in diesen Ländern gesprochen werden." Dafür arbeitet die Agentur mit Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen zusammen, die vor Ort leben, wissen, was in dem Land gerade los ist und auch sprachliche Patzer erkennen können.

Hat der Name Shitstorm-Potenzial?

Die Namensprüfung geht aber noch weiter: Die Agentur untersucht, ob ein Wort in einem Land negativ assoziiert werden könnte, welche Bilder im Netz darunter auftauchen, ob ein Shitstorm entstehen könnte.

"Diese Prüfung wäre zum Beispiel ratsam gewesen bei der Namensgebung eines Joint Ventures der Firma Gazprom mit Nigeria", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge. "Sie haben damals eine Wortschöpfung aus Gazprom und Nigeria gewählt, dabei raus kam 'Nigaz'." Das klang zu sehr nach dem N-Wort und gab auch einen Shitstorm.

So schlimm ist es bei den Huruhuru-Produkten nicht geworden. Aber auch hier hätten sich die Unternehmen Ärger ersparen können - und wer will schon Schamhaar-Bier trinken?