Es ist DER Tag für Donald Trump: Ab 12 Uhr Ortszeit wird er in Washington auf den Stufen des Kapitols als neuer, 45. Präsident der USA vereidigt. Ein guter Tag für ihn – für viele andere aber nicht. Gestern Abend gab es schon ein paar Proteste in New York. Heute gehen die Leute dann in Washington auf die Straße oder starten andere Protestaktionen.

Ab 7 Uhr Ortszeit (13 Uhr bei uns) marschiert die erste und auch größte Gegendemo los, organisiert von der "Answer Coalition", das steht für "Act Now to Stop War and End Racism". Die Teilnehmer sammeln sich auf einem Platz direkt an der Route von Trumps Parade in Washington.

"Donald Trump ist ein rassistischer, sexistischer Eiferer."
Die "Answer Coalition" auf ihrer Homepage

Die Aktion soll mehrere Stunden dauern. Infos dazu gibt es unter #InaugurateTheResistance. Natürlich ist die Demo angemeldet und genehmigt. Das ist aber nicht bei allen Aktionen so.

Marihuana für alle

Die Gruppe DCMJ interessiert sich vor allem für Trumps Drogenpolitik. Sie wollen, dass Marihuana in allen US-Staaten legal wird. Ihr Plan: Sie verteilen 4200 Joints an verschiedene Leute - "4:20" ist in den USA eine Art Codewort für jemanden, der regelmäßig kifft.

"Wenn Trump vier Minuten und 20 Sekunden geredet hat, sollen alle ihre Joints anzünden."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Der Protest ist wie gesagt nicht genehmigt, daher warnt DCMJ auch: Achtung, Kiffen in der Öffentlichkeit ist in Washington DC illegal. Kann also sein, dass ihr wegen gewaltlosen Widerstands festgenommen werdet. Der Hashtag zu der Aktion: #Trump420.

Kreativer Protest

Der Love-a-thon auf Facebook ist dagegen komplett legal.

"Beim 'Liebes-Marathon' treten drei Stunden lang Promis live bei Facebook auf. Während Trumps Amtseinführung."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Musiker sind dabei, Comedy-Leute, Schauspieler. Zum Beispiel Jamie Lee Curtis oder Jane Fonda. Die Zuschauer werden aufgefordert, zu spenden – unter anderem für Planned Parenthood, eine gemeinnützige Organisation, der Trump und andere Republikaner die Finanzierung entziehen wollen, weil sie auch Abtreibungen vornimmt.

Der "Marsch der Frauen"

Die größte Gegenveranstaltung findet am Samstag statt. Etwa 200.000 Menschen werden in Washington zum "Marsch der Frauen" erwartet. Er ist aber nicht nur für Frauen, sondern offen für alle. Und er soll auch in anderen US-Städten stattfinden. Zum Beispiel wird Chelsea Handler einen in Utah anführen, die ihr vielleicht von ihrer Netflix-Serie kennt.

Nach Washington kommen auch einige Promis: Scarlett Johansson, Katy Perry und Cher, die sich mit Trump schon seit Jahren einen Twitter-Krieg leistet. Sie kommen, um für Menschenrechte zu demonstrieren, sagen sie. Denn Frauenrechte sind Menschenrechte, sagen die Organisatoren.

"Es soll ein deutliches Zeichen sein, direkt am ersten Tag der neuen Regierung. Für Gleichberechtigung für alle, für Frauen, Migranten, religiöse Gruppen, LGBT-Leute, Menschen mit Behinderungen."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Nach Trumps Amtseinführung sind die Proteste noch lange nicht vorbei.

Musiker gegen Trump

Bei der Aktion "Our First Hundred Days" veröffentlichen Musiker jeden Tag in den ersten hundert Tagen von Trumps Präsidentschaft einen Song. 30 Dollar kostet das Abo - auch dieses Geld geht dann an Organisationen, die sich zum Beispiel für Frauenrechte oder gegen den Klimawandel einsetzen.