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Przemek kann sich unsichtbar machen – zumindest als schwuler Mann. Denn wenn er seinen Freund nicht auf der Straße küsst und niemandem von seiner Homosexualität erzählt, wird Przemek meist als hetero gelesen. In Polen schützt ihn das vor Angriffen und Anfeindungen. Bis die Homophobie in seiner Heimat dann doch spürbar für ihn wird.

2019 sieht Przemek im Fernsehen, wie Hooligans die Teilnehmenden einer Pride-Parade im polnischen Bialystok attackieren. Für Przemek sind das zunächst nur Bilder in den Nachrichten. Aber ein Freund von ihm war dabei und berichtet ihm am selben Abend von der Angst, die er durchgemacht hat. Plötzlich sind die Ereignisse in Bialystok greifbar für Przemek.

Nach dem Übergriff in Bialystok wird die Stimmung in Polen homophober

In den folgenden Monaten wächst die Homophobie im ganzen Land. Angeheizt wird sie zusätzlich von Präsident Andrzej Duda, der im Sommer 2020 dann auch noch im Amt bestätigt wird. Als dessen Tochter Kinga Duda am Wahlabend in einer Art Beschwichtigungsversuch von Toleranz im Land spricht, reicht es Przemek.

"I don't want to live in this country anymore. There's no room for me here."
Przemek beschließt, zu seinem Freund nach Amsterdam zu ziehen.

Er bucht ein Ticket nach Amsterdam, wo sein Freund Darek lebt. Er hat es lange aufgeschoben, weil er seine Heimat Warschau sehr liebt, aber jetzt will er endlich zu ihm ziehen.

Noch am selben Abend mischt sich Przemeks Wut allerdings mit einem schlechten Gewissen. Er fragt sich: Was genau hat er eigentlich dafür getan, dass sich die Situation in Polen ändert?

Przemek beschließt, nicht kampflos aufzugeben. Er will nicht länger unsichtbar bleiben.

Die ganze Geschichte hört ihr hier oder im Podcast.

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