Fast jede fünfte Frau in Deutschland geht mit einem Angstgefühl an ihren Arbeitsplatz. Solche Zahlen nennt die Wissenschaftlerin Susanne Blazejewski. Seien es Veränderungsprozesse in der Firma, Sorgen vor einer plötzlichen Kündigung oder das Gefühl nicht mehr mithalten zu können: Die Schäden für die Volkswirtschaft sind nicht zu beziffern.

Krisengefühle treiben nicht nur Beschäftigten um. Auch Führungskräfte werden zunehmend von Existenzsorgen geplagt. Seien es der internationale Wettbewerbsdruck oder Menschen in die Augen zu schauen, die man entlassen muss: Führungskräfte können ihre Ängste in aller Regel nicht innerhalb ihrer Organisation äußern, sondern nur extern.

"Wenn Leute gekündigt werden, überraschend beispielsweise und dann arbeitslos werden, die fallen ja oft ins Bodenlose, auch sozial."
Susanne Blazejewski, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Wie Führungskräfte und Beschäftigte versuchen, mit solchen Problemen den Alltag zu bewältigen, schildert Susanne Blazejewski in ihrem Vortrag "Angstfreies Arbeiten? Angst und Angstbewältigung im Unternehmenskontext", den sie am 15. März 2014 an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn gehalten hat.

Wandlungskrisen gehen oft mit Ängsten einher, erklärt der Psychoanalytiker Hartmut Kraft im Hörsaal. Wie Angst uns beherrscht, erklärt die Kunsthistorikerin Martina Padberg. Und der Philosoph Thomas Schmaus zeigt, wie Angst und Freiheit zusammenhängen.