Am 28. April 2008 kam ein Song raus, der für große Diskussionen sorgte: „I kissed a girl“ von Katy Perry. Queere Liebe war bis dahin selten ein Thema im Pop. Das hat sich seitdem geändert.

Viele haben Katy Perrys „I kissed a girl“ als Statement für einen offenen Umgang mit Homosexualität gefeiert. Kritiker sagten damals aber auch, im dem Song werde lesbische Sexualität nur zum Vergnügen männlicher Hörer besungen. Katy Perry selbst hat Anfang des Jahres erklärt, sie würde heute einige Stellen im Songtext ändern.

Queerness bei Cyrus und Monáe

Seit Perrys Hit hat sich viel getan in Sachen queere Popmusik, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Es gibt Künstler, die thematisieren queere Identitäten bewusst und offensiv. Miley Cyrus hat sich 2016 als pansexuell geoutet, also als jemand für den Geschlecht oder Geschlechtsidentität beim Verlieben oder Begehren keine Rolle spielen. Auch Janelle Monáe hat gerade erklärt, sie sei pansexuell.

Janelle Monáe
© dpa
Janelle Monáe

Drakes neue Single "Nice For What" ist in den USA gerade auf Platz eins der Charts. Im Song benutzt der Kanadier ein Sample der queeren Rapperin Big Freedia. Im Mainstream Hip Hop ist Sexualität, die von der Norm abweicht, weiterhin kein großes Thema. Da ist ein Sample wie dieses schon ein echtes Statement. 

Der bisexuelle Musiker Drangsal hat in einem Interview gerade noch geklagt "dem Deutschen Pop fehlt die Queerness". Da hat er recht, sagt Anke van de Weyer.

"Der deutsche Mainstream Pop ist fast so heteronormativ, wie Profifußball bei den Männern."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Überraschung Hierzulande: Felix Jaehn hatte sich im Febuar geoutet. Er sei homosexuell, ließ er seine Fans wissen. Unsere Reporterin sagt, Jaehn sei zwar ein Star in Deutschland, aber kein exaltierter Typ, der nach außen hin mit seiner Sexualität kokettiert. Zu seinem Outing hat der Produzent und DJ im Anschluss viele positive Rückmeldungen von Fans bekommen. "Solche Reaktionen zeigen eben auch, wie gut und wichtig es ist, dass queere Identitäten im Pop sichtbar sind", so Anke van de Weyer.

Felix Jaehn
© dpa
Felix Jaehn

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