Menschen haben einen Namen. Sie haben eine Herkunft. Sie haben ein Aussehen. Das macht sie verdächtig und führt dazu, dass sie anders behandelt werden. Racial Profiling nennt sich das und Donald Trump würde das gerne in den USA einführen. In Israel gibt es Racial Profiling bereits.

Die Behörden in Israel nennen das Racial Profiling anders, sie nennen es Predictive Profiling, also vorausschauendes Profiling. Aber auch wenn die Bezeichnung eine andere ist, so ist doch dasselbe gemeint: Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft grundsätzlich verdächtigt und deswegen anders behandelt. Sie werden zum Beispiel deutlich strenger kontrolliert, als etwa Menschen mit heller Hautfarbe und europäischer Herkunft.

"Racial Profiling ist in Israel seit vielen Jahren üblich und auch kein Geheimnis. Man nennt es halt nur anders."
Tim Assmann, ARD-Korrespondent in Tel Aviv

Ziel ist es, Profile von Menschen zu erstellen, um zu wissen, wie die Gefahr aussieht und wo sie herkommt. So erklärt es der israelische Transportminister Yisrael Katz. Das führt dazu, dass etwa am Flughafen verdächtige Personen direkt von den Kontrollbeamten angesprochen werden und sofort verhört werden. Wer sind Sie, was wollen Sie in Israel, haben Sie Bekannte hier, können wir die mal anrufen?

Arabische Menschen werden strenger kontrolliert

"Das kann sich über Stunden hinziehen", erklärt Tim Assmann, ARD-Korrespondent in Tel Aviv. Ihn selbst hat es auch schon erwischt, eine Stunde lang musste er sich von Fragen löchern lassen. Vor allem trifft es aber Menschen mit arabischem Hintergrund. "Wenn da eine arabisch-israelische Familie steht, kann man davon ausgehen, dass die rausgezogen wird, ihr Koffer öffnen und durchsuchen lassen muss."

Racial Profiling gilt als institutionalisierter Rassismus. Für die jüdische Bevölkerung in Israel ist das kein Problem, sie befürwortet dieses Vorgehen, erklärt Tim Assmann. Die Logik dahinter: "Man hat Probleme mit arabischen Terroristen, also ist es normal, dass arabische Menschen strenger kontrolliert werden."

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