Hannes Peter begann seine viermonatige Radtour Richtung Kaspisches Meer im Mai 2018 in Ingolstadt. Seine Route führte ihn über den Balkan, die Türkei, den Kaukasus bis zur iranischen Hauptstadt Teheran. 

Auf die Idee eine viermonatige Radtour zu unternehmen, war Hannes Peter gekommen, nachdem er eine die Dokumentation "Mit einem Fahrrad von Europa nach Asien" auf Youtube angesehen hatte. Ein konkretes Ziel steckte sich Hannes für seine Radreise aber nicht. Er wollte einfach sehen, wie weit er in vier Monaten kommen würde.

Teile der 7.000 Kilometer der Strecke legte er in Begleitung von Zufallsbekanntschaften zurück. Aber es war ihm auch wichtig, gelegentlich auch mal alleine zu fahren.

Hannes Peter wird in Kroatien von zwei Jungs auf ihren Räder für ein paar Meter begleitet.
© Hannes Peter
Recht gefrustet von den holprigen Straßen wird Hannes in Georgien von zwei Jungs begleitet, die, wie er findet, ziemlich gut Fahrrad fahren können.
"Wenn ich alleine war, hab ich gedacht, jetzt würde ich mich mal gerne wieder unterhalten, um die Sachen zu verarbeiten, die ich erlebt habe. Wenn ich dann mal mit jemandem zusammen gereist bin, war das manchmal so, dass ich gedacht habe, jetzt könnte ich auch mal wieder alleine sein."
Hannes Peter reiste auf seiner Radreise oft in Begleitung anderer Radfahrer

Hannes hatte den groben Plan 80 bis 120 Kilometer pro Tag zurückzulegen. Oft übernachtete er in seinem Zelt. Ein Campingkocher und etwas Proviant hatte er immer dabei. Gelegentlich kam er auch mal in einem Hostel oder auch privat unter. So hatte er auch mal Gelegenheit, seine Sachen zu waschen. 

Hannes Peter an der georgisch-aserbaidschanischen Grenze.
© Hannes Peter
Nach so einer interessanten Warnung an der georgischen-aserbaidschanischen Grenze ist Hannes' Neugier erst recht geweckt.

Lebensmittelvergiftung bei Radreise

Nach dem Verzehr einer Fleischpfanne ging es ihm bei der Weiterfahrt mit dem Rad plötzlich sehr schlecht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Hannes auf einer Hochebene im Nordosten der Türkei auf 1800 Metern Höhe. Er musste mehrfach erbrechen. Sein Verdacht: eine Lebensmittelvergiftung.

Um auf Nummer sicher zu gehen, ging Hannes in ein Krankenhaus. Für die Behandlung musste er nichts bezahlen, die Ärzte beharrten darauf, dass er Gast in ihrem Land sei.

"Im Iran oder in Aserbaidschan sind die Leute ziemlich begeistert von Radreisenden und hupen dann sehr gerne. Wenn die dann von hinten kommen und hupen, fand ich das extrem schwierig zu interpretieren, ob das als ein 'wah, ich crash' gleich in dich rein' oder als ein 'cool, dass du da bist', gemeint war."
Hannes Peter reiste vier Monate lang mit dem Rad.
Hannes Peter in Istanbul.
© Hannes Peter
Im Wechsel: Weite Strecken fährt Hannes Peter an Landstraßen mit Ausblick auf blühende Felder und dann geht es wieder mitten durch hektische Großstädte, wie hier in Istanbul.

Auf seinem Blog "Fahrradfernreise" wollte Hannes gerne ein realistisches Bild von seiner Radreise vermitteln. Deshalb hat er dort auch nicht nur über die schönen Dinge geschrieben, die ihm unterwegs begegnet ist, sondern beispielsweise auch über den Geruch von toten Tieren. Er hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass dieser Gestank ihn über weite Teile der Strecke begleiten würde.

Aber die positiven Erlebnisse haben bei weitem überwogen und Hannes ist sich sicher, dass er sich bald wieder mit seinem Fahrrad auf eine längere Reise begeben wird. 

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