Es ist ökologischer, naturnah und vor allem leise. Den Rasen mit der Sense zu stutzen, erlebt gerade eine Renaissance. 

Dass Menschen Jahrhunderte lang den Rasen mit Sensen gekürzt haben, war ja nicht total blöd. Im Gegensatz zum Rasenmäher ist der Schnitt mit der Sense nämlich für viele Pflanzen verträglicher. Der Naturschutzbund Deutschland rät, den Rasen höchstens zwei Mal im Jahr zu mähen, damit sich artenreiche Blumenwiesen entwickeln können. Die Beweggründe, mit dem Sensen anzufangen sind vielfältig. 

"Für einen Rasenmäher gibt es keinen Platz, mit der Schere ist es extrem mühselig. Wir haben überlegt: Sensen ist eine super Sache."
Ingrid Spörl, Ärztin, über ihre Motivation, mit dem Sensen anzufangen
"Der Zehn-Stunden-Bürojob ist wahnsinnig stressig. Da brauche ich Ausgleich und ganz wichtig: Entschleunigung. Und das finde ich hier."
André John, Steuerberater, sucht im Sensen Ausgleich zum Alltag

Ruhe und Naturverbundenheit nennen viele als Hauptmotivation, mit dem Sensen anzufangen. Es gibt ja sogar inzwischen richtige Sensen-Workshops, zu denen die Menschen teils 100 Kilometer weit anreisen. Auch den ökologische Aspekt finden viele gut, was von Kursleitern als Grund genannt wird, dass die Mehrheit der Besucher solcher Sensen-Workshops Frauen sind. 

Mähen ohne Kraft

Insekten bevorzugen wild gewachsene und nicht zu kurz geschorene Wiesen. Gerade Bienen brauchen Blühflächen, um zu überleben. Und wer senst, macht das nicht jede Woche, sondern vielleicht zweimal im Jahr. Das ersetzt definitiv das Fitnessstudio und sollte dringend richtig gemacht werden. Die Körperhaltung ist wichtig, sonst gibt es Rückenschmerzen.

"Bei der Mähbewegung ist wichtig, dass bei der Vorwärtsbewegung das rechte Knie nach vorne geht und wir nicht auf dem Fuß stehen bleiben."
Gunther Rödel, Sensenlehrer

Bei denen, die gut mit der Sense umgehen können, sieht es leicht aus. So wie Sensenlehrer Gunther Rödel es beschreibt: "Einfach stehen bleiben und drehen. Wir mähen ohne Kraft. Du drehst einfach nur, die Sense auf dem Gras." Kursteilnehmer André John resümiert zum Schluss: "Ich weiß jetzt wie es geht. Jetzt geht es darum, die Monotonie herzustellen, dass du die Bewegung immer gleichmäßig machst. Das ist eine Gefühlsentwicklung. Das geht nur beim Mähen."