Eine Gruppe von Männern soll einzelne DFB-Spieler beim Freundschaftsspiel gegen Serbien im Stadion übelst rassistisch beleidigt haben. Ein Fußballfan soll als einziger eingeschritten sein. Wie wir uns in solchen Situationen richtig verhalten - dafür gibt es verschiedene Strategien.

Das N-Wort, "Bimbo", "Türke" oder auch: "Es bräuchte mal wieder einen kleinen Österreicher" – mit solchen Worten soll eine Gruppe junger Männer beim Fußballländerspiel Deutschland gegen Serbien vor allem die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan beleidigt haben. In einem Video schildert der André Voigt, der mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter im Stadion war, wie er die Situation erlebt hat. André Voigt ist freier Journalist und kommentiert für den Streamingdienst DAZN Basketball-Spiele. Über die Situation im Stadion war er sehr aufgebracht. 

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Als nahezu einziger habe er versucht, mit den Männern zu sprechen. Unterstützung für ihn von anderen Fans auf der Tribüne habe es keine gegeben. Voigt sei da sicher an seine Grenze gegangen, meint Ansgar Drücker, Geschäftsführer des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V.

Wie wir eingreifen können

Ein Patentrezept, wie wir richtig eingreifen können, gebe es nicht. Das hänge sehr von der Situation und auch vom Mut und Selbstvertrauen ab, sagt Ansgar Drücker. Möglichkeiten wären aber zum Beispiel die direkte Gegenrede, Irritation oder Rückfragen – etwa: Wie kommst du darauf, dass der kein Deutscher ist? Das ist ja keine Frage der Hautfarbe, ob man Deutscher ist. 

"Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu reagieren: Es gibt die direkte Gegenrede, man kann es auch mit Irritation probieren, vielleicht mit einer Rückfrage. Und es kann Fälle geben, wo sogar Humor infrage kommt."
Ansgar Drücker, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit

In manchen Fällen funktioniere auch Humor, meint Ansgar Drücker - um Zeit zu gewinnen, um zu irritieren, um eine Situation zu unterbrechen. Auch sei es ratsam, nach Verbündeten im Umfeld des Geschehens zu suchen – etwa über Stirnrunzeln und Augenkontakt. "Jede Person muss da ihren eigenen Stil finden", sagt Ansgar Drücker. Zivilcourage sei keine Sache nur von dominanten Menschen. Auch stille Personen könnten durch ihr Eingreifen eine Situation in Bewegung bringen.

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Wann eine rassistische Äußerung strafbar ist, das hängt vom Kontext ab. Beleidigungen zum Beispiel müssen direkt auf die Person gerichtet sein, beziehungsweise die Person direkt erreichen, sagt Ansgar Drücker. Dann gebe es auch den Tatbestand der Volksverhetzung. Dabei geht es um Äußerungen, die den öffentlichen Frieden gefährden. Im aktuellen Fall des Länderspiels sei die Lösung, die André Voigt gefunden haben, eine gute - nämlich das Geschehen durch ein Posting öffentlich zu machen, um zu zeigen, dass Rassismus nicht geduldet wird.

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Betroffene können sich auch an Antidiskriminierungsstellen wenden und sich beraten lassen. Das sollten sie auch, sagt Ansgar Drücker, damit die Vorfälle erfasst und öffentlich gemacht werden können.

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