Dass Rauchen ungesund ist, wissen wir alle. Lungen und Gefäße werden geschädigt. Aber Forschende aus Großbritannien haben für zukünftige Ex-Raucher gute Nachrichten: Wer mit dem Rauchen aufhört, dessen Körper erholt sich wieder.

Eine Weile dauert es schon, bis sich der Körper vom Rauchen erholt hat – Aber es besteht die Chance, dass der Körper es schafft. Das jedenfalls zeigt eine neue Studie. Die britischen Forschenden beschreiben darin, dass bei Rauchern alle Lungenzellen durch DNA-Mutationen belastet sind. Das heißt, sie zeigen Veränderungen, die ohne den Tabak nicht da wären. Aber: Bei Ex-Rauchern fanden sie, dass 20 bis 40 Prozent der Lungenzellen genetisch gesund waren. Der Schluss: Veränderte Zellen können wohl durch gesunde ersetzt werden, wenn jemand mit dem Rauchen aufhört.

Veränderte Zellen können durch gesunde ersetzt werden

Ob sich die Lunge eines Ex-Rauchers komplett wieder erholen kann, konnte das Forschungsteam nicht herausfinden, weil die Untersuchung nicht darauf angelegt war. Die Wissenschaftler haben nur Zellen untersucht und das auch nur bei wenigen Menschen, weil die Studie so aufwendig war. Insgesamt hatten sie 16 Testpersonen.

Diesen Personen wurde Lungengewebe entnommen. Als Versuchspersonen kamen nur Leute infrage, bei denen aus medizinischen Gründen eine sogenannte Bronchoskopie, also eine Lungenspiegelung, durchgeführt werden musste. Zusätzlich lagen den Forschenden Proben von Kindern vor, von Menschen, die nie geraucht haben, von Rauchern und von Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben. Und all diese Zellen haben sie dann sehr genau untersucht.

Wenig Testpersonen, sehr genaue Zelluntersuchung

Das Forscherteam konnte anhand der Proben zeigen, dass sich die Zellen bei Rauchern ziemlich stark verändern. Das tun Zellen zwar bei jedem Menschen. Allerdings sind es bei Nichtrauchern pro Lebensjahr und pro Zelle ungefähr 22 DNA-Veränderungen.

Bei Raucherinnen und Rauchern gibt es in den Zellen deutlich mehr Mutationen, nämlich pro Zelle 1000 bis 10.000 Veränderungen. Bei Rauchern gibt es auch ein wesentlich höheres Risiko für DNA-Veränderungen, die Tumorzellen wachsen lassen können. So erklärt sich auch das höhere Risiko für Lungenkrebs bei Raucherinnen und Rauchern.

"Die aktuelle Studie zeigt, dass zu einem gewissen Anteil veränderte Lungenzellen durch neue Zellen ohne Mutation ersetzt werden können."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Wenn jemand mit dem Rauchen aufhört, brauchen die Zellen eine Weile, um sich zu erholen. Aber diese Studie zeigt ebenso wie Vorläuferstudien, dass das Risiko für Lungenkrebs nach dem Ausstieg zumindest sinkt. Abgesehen vom Krebsrisiko birgt Rauchen zudem ein Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu wurden vergangenes Jahr in einer US-amerikanischen Studie 9000 Menschen untersucht. Die Forschenden stellten fest: Wenn jemand viel raucht und dann aufhört, geht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten in den ersten fünf Nichtraucherjahren um 40 Prozent zurück. Nach 10 bis 15 Jahren ist es dann zum Teil so niedrig wie bei jemandem, der nie geraucht hat.

Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören

Eine australische Studie mit 190.000 Teilnehmenden hat zudem gezeigt: Wer mit dem Rauchen aufhört, bevor er oder sie 45 Jahre alt ist, kann die Risiken, die durch das Rauchen entstehen, um 90 Prozent reduzieren. Das heißt natürlich nicht, dass Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, plötzlich kein Risiko mehr für Lungenkrebs haben. Aber es ist nicht mehr so hoch wie bei aktiven Rauchern.