Gab es mal Leben auf dem Mars? Im März 2016 macht sich die ExoMars-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA auf die Suche nach Antworten auf diese große Frage.

Mitte März 2016 soll es so weit sein: Dann soll im Rahmen der ExoMars-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Baikonur eine russische Rakete zum Mars starten. Sie wird das Landegerät "Shiaparelli" ausklinken, das auf dem Mars landen soll. Die geplanten Messungen werden allerdings erst ab Ende 2017 für fünf Jahre möglich sein, erklärt Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen.

Wettlauf zum roten Planeten

"Geht alles glatt, hat Europa bald die Nase am Mars vorn", sagt Dirk Lorenzen: Die NASA wollte ursprünglich nämlich schon Anfang März ihre InSight-Mission zum Mars schicken, die im roten Sand landen sollte. Aufgrund technischer Probleme sei der Start jedoch kürzlich abgesagt und um mindestens zwei Jahre verschoben worden.

"Der Name der ExoMars-Mission ist Programm: Es geht um Spurengase in der Atmosphäre des Planeten."
Dirk Lorenzen, Wissenschaftsjournalist

Die ExoMars-Mission der ESA soll vor allem die Atmosphäre des Mars erforschen: "Es geht um das Methan", sagt Dirk Lorenzen. "Das kann bei geologischen Prozessen aber eben auch bei biologischen Prozessen entstehen." Dass es Methanspuren in der Marsatmosphäre gibt, ist bereits bekannt. Durch die ESA-Mission soll jetzt genau messen werden, wo auf dem Mars wie viel von diesem Gas vorkommt: "Vielleicht deutet das auf einfaches Leben im Marsboden hin", erklärt Dirk Lorenzen.

Anspruchsvolle Landung

Eine Marslandung ist nicht ohne - einige Versuche sind schon fehlgeschlagen. "Europa hatte bei seiner Mars-Express-Mission vor zwölf Jahren eine Landekapsel dabei, die gelandet ist", erinnert sich Dirk Lorenzen. Allerdings gab es hinterher keinen Kontakt zu der Kapsel. Bei der ExoMars-Mission soll die Testkapsel nun in der Mars-Atmosphäre abbremsen, Fallschirme entfalten und sanft landen.

"Letztlich geht es bei Mars-Missionen immer um die Frage: Sind wir allein im All oder gibt es noch anderswo Leben?"
Dirk Lorenzen, Wissenschaftsjournalist

Da es auf dem Mars früher einmal sehr viel wärmer und feuchter war, ist es für Dirk Lorenzen durchaus plausibel, dass dort einfaches Leben hätte entstehen können, "das womöglich jetzt irgendwo im Permafrostboden steckt." Aber plausibel ist für Wissenschaftler nicht ausreichend: "Ein Nachweis muss her." Heute ist Leben auf der Marsoberfläche unmöglich - wegen der starken Strahlung aus dem All.

Ähnlich cool wie Rosetta und Philae?

Ob die Mars-Mission der ESA ein ähnliches Highlight wird wie die berühmte Kometenmission mit Rosetta und Philae? "Man schließt jedenfalls thematisch an", sagt Dirk Lorenzen. "Auch bei der Erforschung von Kometen geht es um die Frage nach den Grundlagen für das Leben." Um Fragen wie: Wo kommt das Wasser auf der Erde her? Woher das organische Material?

Der Kometen-Lander Philae wird sich wohl nicht mehr melden. Raumsonde Rosetta kreist jedoch weiter um den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko und erforscht ihn aus der Nähe - noch bis zum Herbst 2016. Dann geht das Kometenfestival zu Ende und wird von der Mars-Mission abgelöst. Vorausgesetzt, ExoMars verläuft nach Plan.