In Clausnitz hetzt ein Mob gegen Flüchtlinge. In Bautzen jubeln Menschen über den Brand eines künftigen Flüchtlingsheims. Zwei Mal Sachsen, zwei Mal rechte Gewalt. Die Reaktionen sind gemischt, sagt unser Sachsen-Korrespondent Bastian Brandau.

Sonntagnacht, am 21. Februar, in Bautzen. Ein Haus brennt ab, das für Flüchtlinge gedacht ist. Die Polizei fand Brandbeschleuniger und geht von Brandstiftung aus. Als das ehemalige Hotel brennt, versammeln sich eine Meute von Menschen davor und jubelt. Einzelne Gaffer versuchen, die Löscharbeiten zu behindern.

Zuvor hatte am Donnerstag eine Menge von rund hundert Menschen in Clausnitz einen Bus mit Flüchtlingen blockiert - direkt vor deren neuer Unterkunft. Aus Angst vor der pöbelnden Masse wollten die Flüchtlinge den Bus nicht verlassen. Ein Video zeigt, wie ein Bundespolizist einen Jungen mit Gewalt aus dem Bus zerrt.

Wie kann es sein, dass solche Bilder entstehen?

Der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reißmann verteidigte später das Vorgehen der Polizei. Die Unterkunft sei ein sicherer Ort für die Flüchtlinge. Auch aus dem Bus heraus habe es Provokationen gegeben. Dennoch bleibt die Frage: Wie kann es sein, dass überhaupt ein Mob einen Bus blockieren kann? Dass solche Bilder entstehen können?

Die Reaktionen in Bautzen sind gemischt, sagt Bastian Brandau, unser Korrespondent in Sachsen. Am Sonntag gab es eine Mahnwache in Bautzen. Viele sind natürlich gegen Rassismus und Fremdenhass, sagt Bastian. Das sei ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Aber ebenso hat er auch unverhohlene Freude über Bautzen und Clausnitz in den sozialen Medien gefunden.

"Dass Sachsen ständig wegen Rechtsextremismus im Gespräch ist, nervt natürlich sehr viele. Aber bei der Staatsregierung ist das anscheinend noch nicht so recht angekommen."
Bastian Brandau ist unser Sachsen-Korrespondent

Auch die Politik hat reagiert. Zum Beispiel Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Der verurteilte die Vorfälle in Bautzen und Clausnitz und forderte eine konsequente Strafverfolgung. "Aber viel mehr sagt Tillich dann eben auch nicht", sagt Bastian. Wie solche Vorfälle tatsächlich verhindert werden können? Fehlanzeige. Dass überhaupt ein Mob einen Bus stoppen kann, das hat doch viele verwundert.