Nur 16 Prozent des in Deutschland verbrauchten Druckerpapiers ist Recyclingpapier. Die Quote könnte höher sein. Zum Beispiel wenn Recyclingpapier das schlechte Image loswerden könnte, immer grau zu sein.

Heute (25.09.) stellt Bundesumweltministerin Svenja Schulze den "Papieratlas 2018" vor, der Städte, Hochschulen und Landkreise auszeichnet, die in Sachen Papierverbrauch besonders recyclingfreundlich sind. Recyclingfreundlich ist hier wörtlich zu nehmen: Es geht um recyceltes Druckerpapier.

"Ich würde ganz klar sagen, dass Recyclingpapier besser als neues ist", sagt Almut Reichart, Papierexpertin beim Umweltbundesamt. Nicht nur bei Verpackungs-, auch bei Druckerpapier könnte Recycling den Druck auf die Wälder reduzieren. Denn neues Papier basiert auf Holz.

Beim Druckerpapier auf den "Blauen Engel" achten

Wer beim Druckerpapier auf Umweltverträglichkeit achten will, kann ein paar einfache Dinge beachten:

  • so wenig drucken wie möglich
  • Recyclingpapier kaufen - am besten mit dem Siegel "Blauer Engel"
  • mindestens Papier mit dem EU-Umweltzeichen "ECO-Label" kaufen
Grafik: Jeder fünfte Baum, der auf dieser Welt gefällt wird, landet in der Papierherstellung
© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Während früher Recyclingpapier als graues Papier bekannt war, auf dem man nicht seine Bewerbung drucken möchte, gibt es heute Recyclingpapiere, die fast rein-weiß sind. Einziger Nachteil: Sie sind teurer als herkömmliches Druckerpapier aus dem Discounter.

"Beim Umweltbundesamt drucken wir seit über 30 Jahren auf einem Recyclingpapier, das den blauen Engel trägt und einen Weißgrad von 80 aufweist. Das reicht aus, um alle unsere Arbeiten zu erledigen."
Almut Reichart, Papierexpertin beim Umweltbundesamt

Wer ein zu 100 Prozent weißes Papier haben möchte und/oder aufs Geld achten will, kann auch Nicht-Recycling-Papier kaufen, das möglichst wenig negativen Einfluss auf Umwelt und Wälder hat. Am wichtigsten hier: Eco-Label und FSC-Label 100%. Das FSC-Label bescheinigt, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Manche Papiere weisen einen FSC-zertifizierten Anteil von weniger als 100 Prozent auf, was dann auch ausgezeichnet wird.

Drei Logos: Blauer Engel, FSC 100%, EU-Ecolabel
© imago / Collage Deutschlandfunk Nova
"Blauer Engel", "EU-Ecolabel" und das "FSC 100%" - Drei Siegel, auf die man beim Papierkauf achten kann.

Neben dem Holz, das für frisches Druckerpapier verwendet wird, hat die Papierproduktion auch andere umweltschädlichen Effekte: Für die Zellstoffproduktion muss das Holz gekocht werden, was Energie kostet, und mit Chemikalien behandelt werden.

Aktuell liegt der Recyclinganteil in Deutschland bei grafischen Papieren - also Papier, das nicht als Verpackung verwendet wird, wie eben Druckerpapier oder Flyer - bei 16 Prozent. In Deutschland verbraucht jede Person im Schnitt 250 Kilogramm Papier pro Jahr.