Der Philosoph Immanuel Kant stellt in der Natur des Menschen Anlagen zum Guten fest. "Allerdings gibt es daneben einen Hang zum Bösen in uns." Wie dieses Böse hervorbricht und an Macht gewinnt, zeigt sich erschreckend am Beispiel der Endlösung.

Der Philosoph Anton Koch von der Universität Heidelberg hebt in seinem Vortrag "Reflexionen über das Böse. Der Holocaust als Grenzüberschreitung und Wendepunkt in der deutschen Geschichte", den er 2016 an der Universität Heidelberg hielt, ganz besonders die menschenverachtenden Ziele der Hitlerdiktatur hervor - wie zum Beispiel die Endlösung der Judenfrage. 

Am 31. Juli 1941 beauftragte Hermann Göring (im Bild ganz rechts) Reinhard Heydrich mit der Organisation der Endlösung. SS-Obersturmbandführer Adolf Eichmann (ganz links im Bild) war der Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Eichmannreferats und zentral mitverantwortlich für die Ermordung von rund sechs Millionen Juden. Heinrich Himmler (Bildmitte) war nach Adolf Hitler der mächtigste Mann in Nazi-Deutschland und ist einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust.

"Faktisch ist uns das nationalsozialistische Deutschland zum Inbegriff des Bösen geworden, eines Bösen, in dem menschliche und teuflische Züge sich überlagern."

War der kollektive Weg des deutschen Volkes nun Massenwahn oder per se teuflisch? Auf jeden Fall war er böse. Und der Grad des Bösen habe sich deutlich unterschieden von dem Stalins oder Francos, der Kolonialmächte und der amerikanischen Sklaverei - so die Hypothese Kochs.