Drei Monate reiste Matthias Huber durch das eiskalte Lappland und hat mit seiner Kamera die Naturschönheiten festgehalten.

Seine Reise durch Lappland fand genau während der zweimonatigen Polarnacht statt. Die Sonne schafft es dann kaum über den Horizont und erzeugt so ein Zwielicht mit Schattierungen von blau bis violett. "Als Fotograf liebt man dieses Licht, weil es wie kurz vor Sonnenaufgang ist. Das war sehr atmosphärisch und toll," schwärmt Matthis Huber von seiner Reise.

Faszination Polarnacht

Der 34-Jährige Fotograf und Webdesigner entdeckte erst in den vergangenen Jahren sein liebe zur Natur. Seitdem reist er viel und macht Landschaftsaufnahmen. In den hohen Norden hatte es Matthias bislang noch nicht verschlagen. Bis er bei einem Casting eines Tourismusunternehmens und einer finnischen Airline die Teilnahme zu einer Expedition durch Lappland gewonnen hatte. Und so reiste Matthias in den vergangenen Wintermonaten durch den eisigen Norden Finnlands. Vor der Reise sind alle Teilnehmer gecheckt worden, ob sie den extremen körperlichen Anforderungen gewachsen sind. Allein die Temperaturspanne reichte von nahe dem Gefrierpunkt bis maximal minus 42 Grad, berichtet Matthias. Im Durchschnitt hätten sie aber eine Kälte von minus 25 bis minus 30 Grad aushalten müssen.

"Die maximale Minustemperatur, die wir erlebt haben, lag bei minus 42 Grad. Das war schon wirklich frostig. Dabei frieren einem sogar die Augenbrauen, Wimpern und der Bart zu."
Matthias Huber, Landschaftsfotograf

Als Nerdy, wie sich Matthias selbst bezeichnet, ist er eher nicht an Kälte gewöhnt. Deshalb sei die richtige Kleidung gegen diese extreme Kälter auch besonders wichtig. An dem Zwiebelschalenprinzip führe kein Weg vorbei. Jede Kleidungsschicht erfülle einen bestimmten Zweck wie beispielsweise atmungsaktiv bei sportlicher Betätigung.

"Das Beste, um warm zu bleiben, ist, sich ständig in irgendeiner Form zu bewegen. Dafür genügen auch super kleine Mikrobewegungen."
Matthias Huber, Landschaftsfotograf

Zur Wärmeisolation hat Matthias Kleidung mit Daunen getragen, zwischen denen viel Luft gehalten wird. Denn Luft sei das, was uns warm hält, erklärt Matthias. Statt High-Tech-Thermo-Socken bevorzugt der Fotograf dagegen aber einfache Wollsocken: "Für mich persönlich habe ich festgestellt: Ganz einfache Dinge funktionieren für mich am besten."

"Die Aurora, die Nordlichter haben mich als Fotograf schon immer gereizt."
Matthias Huber, Landschaftsfotograf

Abgesehen davon, dass sich Matthias selbst warm halten musste, stellte die Kälte auch eine besondere Herausforderung an die Technik: "Aufgrund der Kälte hat einfach die Elektronik der Kamera versagt." Akkus halten teilweise nur 20 Minuten durch. Deshalb hat Matthias sie in Wärmepads und Socken gesteckt und sie am Körper warm gehalten. "Das Gehäuse der Kamera wurde so kalt, dass sich jede Berührung sie wie eine Verbrennung anfühlte," erzählt der Fotograf. "Da muss man schon sehr passioniert sein."

Mehr über die Lappland-Expedition: