Schlaflose Nächte vor dem Flug, Panik, sich nicht in einer anderen Sprache verständigen zu können oder ein diffuses Unbehagen vor der Fremde: Viele Menschen haben vor oder während einer Reise Angst. Anja ist Reisebloggerin und leidet an Flugangst. Wie und warum sie diese immer wieder überwindet, darüber spricht sie mit uns. Psychotherapeutin Amanda Nentwig gibt zusätzlich Tipps, wie wir am besten mit Ängsten beim Reisen umgehen.

Anja ist Reisebloggerin und hat trotzdem Flugangst. Besonders, wenn das Flugzeug eine Kurve fliegt und auch beim Start oder bei der Landung hat Anja mit unguten Gefühlen zu kämpfen. Aber sie schafft es immer wieder, ihre Ängste zu überwinden.

Entscheidung: Reise-Ängste überwinden

Anja hat sich dazu entschieden, dass sie sie trotz Flugangst ins Flugzeug steigt. Sie verreist einfach noch viel lieber, als dass sie sich ihrer Flugangst unterwerfen würde.

Psychologin Amanda Nändrik erklärt, dass wir uns ganz genau anschauen sollen, um was für eine Angst es sich handelt. Man sollte nicht versuchen, mit Gewalt seine Ängste zu überwinden. Das führe dann in Richtung Überforderung, die Panik hervorrufen kann.

"In gewisser Hinsicht dürfen wir unsere Komfortzone verlassen, um sie zu erweitern."
Amanda Nändrik über Ängste auf Reisen

Zunächst sei es wichtig zu erkennen, wo genau die Angst liegt. Amanda Nändrik rät dazu, den Bauch und das Bauchgefühl als Berater mit ins Boot zu holen. Ist meine Angst so groß, dass ich es mir nicht vorstellen kann, sie zu überwinden? Oder habe ich Angst und möchte mich dieser Angst auch stellen und fühle mich stark genug dafür? Wenn wir beim Reisen unsere Komfortzone verlassen, dann gebe es dadurch gleichzeitig auch die Möglichkeit, die Komfortzone zu erweitern. Ängste überwinden, bedeute zwar immer einen Schritt ins Unbekannte, aber das wird dann im Laufe der Überwindung auch mehr und mehr zu Normalität, sagt die Psychologin.

Portrait Amanda Nändrik
© privat
Psychologin Amanda Nändrik

Hilfe, um Ängste beim Reisen unter Kontrolle zu haben

Anjas Rezept gegen Ängste vor dem Reisen ist eine gute Vorbereitung. Genau dazu rät auch Psychologin Amanda Nändrik. Durch die Vorbereitung können wir nämlich unsere Ängste besser einschätzen. Sie rät dazu, sich auch bei der Auswahl des Reiseziels schon bewusst zu überlegen, welche Ängste mit dem Ort einhergehen. Wir sollten uns selbst fragen, ob wir sie überwinden wollen und können.

"Wenn wir besonders gestresst in den Urlaub fahren, dann spüren wir erst mal noch stärker die Unruhe."
Amanda Nändrik, Psychologin

Beim Reiseziel und den Ängsten, die damit einhergehen, sei es außerdem wichtig, das eigene Stresslevel mit in Betracht zu ziehen. Je gestresster wir schon vom Alltag sind, desto weniger Ängste können und sollten wir im Urlaub überwinden müssen.

Amanda Nändrik erklärt: Die Angst darf und kann ein Stück weit Wegbegleiter sein, und wenn es der Angst irgendwann langweilig wird, dann wird sie auch verschwinden.

Weitere Tipps bei Ängsten auf Reisen:

  • Vorher die Eigenheiten des Landes recherchieren, beispielsweise angemessene Kleidung und Verhalten
  • Die Erwartungen runterschrauben
  • Sich Verbündete in der Umgebung suchen, die in der Angstsituation Ruhe vermitteln
  • Packliste schreiben, um Ruhe bewahren zu können.
  • Selbstverteidigungskurs
  • In der Heimat eine Person haben, die die Reiseroute kennt und über Unterkünfte Bescheid weiß

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