Menschliche Jockeys haben auf Kamelrücken nichts mehr verloren. Jedenfalls gilt das für die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Ab sofort sitzen dort Roboter-Jockeys auf den Tieren.

Auf den Rücken des Kamels ist ein kleiner Kasten geschnallt. Er ist etwa so groß wie ein dickes Buch, oben hat er einen kleinen Kopf gepinnt, Arme hat er auch. Und dann macht er das, was ein normaler Jockey auch tut: Sein Arm ist mit einer Peitsche ausgestattet, mit der er sein Reittier automatisch antreibt. Über einen Lautsprecher kann der Besitzer das Kamel zusätzlich anfeuern.

"Die Kamele fanden ihre Roboter-Jockeys gar nicht so lustig und hatten erstmal Angst vor ihnen. Sie sind an menschliche Reiter gewöhnt."
Tina Kießling über die Roboter-Jockeys

Die Kamelrennen mit Robotern haben einen ernsten Hintergrund und resultieren aus einem Verbot: Eigentlich treten Kinder-Jockeys im Alter von vier bis sechs Jahren in den Rennen gegeneinander an, die kamen vor allem aus armen Ländern wie Sudan oder Pakistan und wurden zudem auf Diät gesetzt, damit sie möglichst leicht sind.

Roboter-Jockeys - Nur echt mit Mütze

Sowohl in den Vereinigten Arabischen Emiraten als auch in Katar sind Kinder-Jockeys seit 2002 und 2005 verboten. Den Kamelbesitzern blieb dann nur die Wahl, Erwachsene als Jockeys zu nehmen - die bremsen mit ihrem Gewicht die Kamele aber aus. Deswegen wurde parallel dazu nach einer Alternative gesucht und schließlich die ersten Roboter entwickelt. Mit Hüten, Trikots und Sonnenbrillen ausgestattet und manchmal mit Parfum besprüht haben auch die Kamele keine Angst mehr vor ihnen.

In Doha reiten Jockey-Roboter Kamele bei einem Rennen.
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Roboterkamelrennen? Das klingt irgendwie merkwürdig. Und gut.