In Berlin hat ein veganer Burgerladen eröffnet. An sich nichts Besonderes. Aber die Besitzer des Ladens sind so bekannt, dass der Ansturm kaum zu bewältigen war. Nach zwei Stunden musste die Polizei die Straße räumen. Aber: Wie wird ein Restaurant zum Hype?

300 Menschen im Laden - Hunderte davor. Zwei Stunden nach der Eröffnung des Dandy Diner in Berlin musste die Polizei anrücken. Zu viele Menschen, Straße blockiert - und die kostenlosen Drinks und Burger waren auch ziemlich schnell weg. Warum gerade die Eröffnung dieses x-ten veganen Burgerladens in Berlin so eskaliert ist? Ganz einfach: Die Gründer waren schon vorher extrem bekannt.

Denn David Kurth Karl Roth und Jakob Haupt sind bereits seit einigen Jahren als Modeblogger und Partyveranstalter erfolgreich. Auf ihrer Facebook-Seite zum Blog "Dandy Diary" haben sie fast 30.000 Likes. Und im Vorfeld haben bereits zahlreiche Zeitschriften und Blogs über die Eröffnungsparty berichtet. Wie zum Beispiel die FAZ, GQ, die japanische Vogue und diverse Blogs.

Foodblogger sind der Schlüssel

Aber was, wenn es vorher noch keine Community gibt? DRadio-Wissen-Reporterin Donya Farahani zum Beispiel hat keine Fanbase, dafür aber ein grandioses Kuku-Sabzi-Rezept von ihrer Mutter, ein Kräuterkuchenomlett mit Kräutern aus dem Iran. Um Fans für ihr Kuku-Sabzi-Restaurant zu bekommen, müsste sie sich in der Blogger-Szene einen Namen machen, rät Michael Krause. Er berät Restaurants in Sachen Marketing.

"Gerade wenn die Foodbloger sich in der Nähe befinden. Einfach vorbeigehen mit einer Kostprobe mit dem Essen."
Michael Krause, berät Restaurants in Marketingfragen

Wichtig dabei ist aber auch, die Trends zu kennen. Donyas Kuku-Sabzi-Rezept kann da noch so lecker sein, aber Essen aus anderen Ländern ist einfach nicht mehr hip. Die Trends gehen ganz klar in Richtung Super Foods, also Ernährungsweisen, die unsere Gesundheit fördern und uns leistungsfähiger machen, sagt Trendforscher Peter Wippermann.

"Es geht in erster Linie um uns selbst. Und da setzt eben dieses Thema Vegan an, Paleo an, oder Keto, also Low-Carb-Diät. Es geht nicht mehr um die Exotic der fernen Länder. Sondern die Wirkung der Speise auf uns selbst."
Peter Wippermann, Trendforscher

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