Schaut mal auf eure Finger. Wie lang sind die? Es geht um die Zeige- und Ringfinger bei Frauen. Forscher glauben, Hinweise auf eine Verbindung zwischen Fingerlänge und Beziehungsverhalten gefunden zu haben.

Zu Fingerlängen und dem Zusammenhang mit Krankheiten, körperlichen Merkmalen oder Beziehungsverhalten ist schon viel geforscht worden. Für die wenigsten Thesen gab es bisher gute Belege: Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Länge der Finger damit zu tun haben kann, wie viel Testosteron und andere Hormone Babys im Mutterleib abbekommen haben. Auf einem anderen Blatt steht, ob an der Fingerlänge abzulesen ist, wie dominant jemand ist, ob er oder sie viele Sexpartner hat oder wie fruchtbar jemand ist.

Zusammenhang von Fingerlänge und Beziehungsverhalten

Behauptungen wie diese sehen die Forscher der aktuellen Studie im Fachmagazin Biology Letters eher skeptisch. Aber weil dieser Fingerlängenvergleich in Studien so oft benutzt wird, wollten sie ihn genauer untersuchen. 

Dazu haben sie die Hände von 250 Versuchsteilnehmerinnen zwischen 18 und 75 Jahren gescannt und vermessen – außerdem nahmen die Forscher DNA-Proben. Anschließend sollten die Frauen Fragebögen mit Fragen zu ihren Beziehungen und ihrem Beziehungsverhalten beantworten. 

Bei der DNA kam es den Forschern vor allem auf drei Gene an, die bei uns Menschen beeinflussen, wie viel wir von drei bestimmten Geschlechtshormonen im Körper haben. Und das – so die Vermutung – könnte sich dann sowohl auf die Fingerlänge auswirken, als auch auf das Verhalten. 

Wiebke Lehnhoff aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion sagt, die Forscher haben dabei eine Tendenz festgestellt: Frauen, deren linker Zeigefinger länger ist als der Ringfinger, können etwas impulsiver und unzufriedener in der Beziehung sein und eher fremdgehen.

"Die Forscher sagen, nur bei den Frauen zeigte sich eine leichte Tendenz: Wenn der linke Zeigefinger länger war als der Ringfinger, dann waren die Frauen etwas impulsiver und gingen eher mal fremd in einer Beziehung. Und sie waren auch weniger zufrieden in ihren Beziehungen."
Wiebke Lehnhoff, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Wahrscheinlich habt ihr längst auf die Finger eurer linken Hand geschaut und seid zu einem Ergebnis gekommen, inwiefern das auf euch oder eure Partnerin zutrifft. Die Forscher sind jedenfalls sehr selbstkritisch und behaupten längst nicht, das ihre Ergebnisse als eindeutiger und allgemeingültiger Beweis verstanden werden können. Aber sie sagen, ihre Studie könne Hinweise liefern, dass es Zusammenhänge zwischen äußerlichen Körpermerkmalen, also den Fingerlängen, und Verhalten geben könnte.

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