Franz Sedelmayer fordert Putin heraus: In den 90er Jahren hatte er eine Sicherheitsfirma in Russland. Dann wurde er enteignet. Seitdem will er sein Geld zurück und lässt russisches Staatseigentum pfänden.

Anfang der 90er Jahre investiert der Münchner Unternehmer Franz Sedelmayer in Russland. Er rüstet Sicherheitsdienste und Polizeieinheiten aus. Das Geschäft läuft gut, in der Sowjetunion mangelt es an allem. In Leningrad bezieht seine Firma eine repräsentative Villa auf einem attraktiven Grundstück mitten in der Stadt. Doch dann wird er enteignet. Seither versucht er, sein Geld zurück zu bekommen.Das Unheil beginnt damit, dass der damalige russische Präsident Boris Jelzin ein Auge auf Sedelmayers Grundstück geworfen hat. Es will darauf seine Sommerresidenz errichten.

Sedelmayer wird kurzerhand enteignet, und seine Firma für illegal erklärt. Beinahe bankrott verlässt er das Land. Doch er erfährt: Es gibt ein Investitionsschutzabkommen zwischen Russland und Deutschland. Und das sieht bei Enteignung ein Schiedsgerichtsverfahren bei der Schwedischen Handelskammer vor. Sedelmayer erhält Schadensersatz zu gesprochen. Doch Russland will trotzdem nicht bezahlen. Seitdem versucht Sedelmayer russisches Staatseigentum zu pfänden. 20 Jahre und knapp 140 Prozesse später ist er ziemlich weit gekommen.

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