Er will Menschen umbringen lassen und zur Not das komplette Parlament feuern. Der neue Präsident der Philippinen Rodrigo Duterte macht manchen Angst - andere sehen in ihm eine Chance, endlich erfolgreich Kriminalität und Korruption zu bekämpfen.

Er hat den Papst einen Hurensohn genannt, er drohte zehntausende Kriminelle hinrichten zu lassen und so viele von ihnen in der Bucht von Manila zu versenken, "dass die Fische dick und fett werden". Rodrigo Duterte wurde wegen seiner klaren Worte schon häufiger mit Donald Trump verglichen. Er ist aber schon einen Schritt weiter: Duterte hat mit Protzen und Beleidigen die Wahl gewonnen und tritt heute (30.06.) sein Amt als Präsident der Philippinen an. In Davao war er schonmal Bürgermeister - die Stadt ist heute nahezu frei von Drogenhandel.

So verstörend ein Politiker für uns wirkt, der dem Gegenüber "Fuck you" entgegenruft und im Verdacht steht, Todesschwadrone entsandt zu haben, die über 1000 Menschen umgebracht haben - die Situation auf den Philippinen ist für viele Menschen so aussichtlos, dass sie sich einen Präsidenten geradezu herbeisehnen, der durchgreift.

"Viele Menschen verehren Duterte."
Holger Senzel

Das Land ist von Kriminalität zerrüttet, Eltern müssen um ihre Kinder bangen, dass sie entweder drogenabhängig, kriminell oder gleich getötet werden. Die Armen sind ärmer und mehr geworden, Gesetze haben in vielen Gegenden schon lange keine Bedeutung mehr. Duterte sagt: Wenn wir nicht durchgreifen, haben wir hier bald Zustände wie in Mexiko.

DRadio-Wissen-Reporter Holger Senzel geht davon aus, dass sich Duterte als Präsident in seiner Sprache mäßigen wird. Seine Politik aber wird hart bleiben - dafür wurde er gewählt.