Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919, wurde Rosa Luxemburg ermordet - eine der einflussreichsten Vertreterinnen der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus und des Antimilitarismus.

Die Berliner Polizei hatte leichtes Spiel, als sie am 15. Januar 1919 an die Tür einer Wohnung in der Mannheimer Straße im Stadtteil Wilmersdorf klopften: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die beiden Gallionsfiguren der politischen Linken in Deutschland, befanden sich gemeinsam in der Wohnung.

Der Auftrag für die Polizisten war eindeutig: Die beiden sollten harten Verhören unterzogen werden, bei denen körperliche und seelische Gewalt angewendet werden durfte. Ort für solche Gewaltexzesse war das Berliner Hotel Eden, wo der Kommandant der Garde-Kavallerie-Schützen-Division Waldemar Pabst die Ermordung der beiden organisierte, nachdem er sich die Freigabe des Volksbeauftragten für Heer und Marine, dem Sozialdemokraten Gustav Noske eingeholt hatte.

"Rosa Luxemburg war eine entschiedene Kämpferin für den Frieden, eine Internationalistin. Sie stand immer an der Seite der Armen und war für ihre Überzeugungen mehrfach bereit, ins Gefängnis zu gehen. Sie ist eine wichtige Persönlichkeit der deutschen Geschichte, natürlich auch gerade der Linken."
Gregor Gysi, Linken-Politiker

Der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wirkt bis heute nach. Während der Weimarer Republik wurden beide entweder als Helden verehrt oder als Abweichler vom Kurs der Partei verteufelt. In der ehemaligen DDR fanden zwar jedes Jahr staatlich verordnete Gedenkmärsche statt, aber inhaltlich distanzierte sich die SED vom "Luxemburgismus".

In der Bundesrepublik gedachten linke Organisationen alljährlich der Ermordeten. Als aber 1974 die Deutsche Bundespost eine Briefmarke (rechts auf dem Artikelbild oben zu sehen) mit dem Konterfei von Rosa Luxemburg herausbrachte, gab es viel Kritik.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Buchautor Jan Schütrumpf trägt zusammen, was über das Leben von Rosa Luxemburg bekannt ist.
  • Der Journalist Bert Hoppe hat sich mit der Rolle der KPD während der Weimarer Republik beschäftigt und schildert den Einfluss, den Rosa Luxemburg auch nach ihrer Ermordung auf die Partei hatte.
  • Gregor Gysi, Rechtsanwalt und langjähriger Politiker der Linken, hält einige der politischen Auffassungen von Rosa Luxemburg auch für heutige Debatten durchaus für relevant.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die frühen Jahre der jungen Revolutionärin Rosa Luxemburg.
  • Deutschlandfunk-Nova-Autorin Sandra Doedter schildert die Ereignisse des 15. Januar 1919, als Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet wurden.