Du träumst von einer aufrechten Haltung? Dann setzt dich extra krumm hin. Forscher haben gezeigt, dass das der erste Schritt zur Besserung bei Nacken- und Rückenproblemen sein könnte.

Kurzer Check: Wie sitzt du jetzt am Laptop oder Smartphone? Ganz gerade - Oder hängen die Schultern, der Bauch schmiegt sich an die Tischplatte und der Nacken driftet nach vorne ab? Wenn du dich beim Durchhängen ertappt habt, keine Sorge: Womöglich ist das der Anfang, um sich eine ungesunde Haltung wieder abzutrainieren. Darauf deuten zumindest Experimente von Forschern aus den USA und den Niederlanden hin, erklärt Veronika von Borries aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Auffällig krumm sitzen soll zu besserer Haltung führen

Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach: nämlich an sich selbst zu beobachten, wie unangenehm eine krumme Haltung wirklich ist. Das heißt, wenn wir uns richtig auffällig hinfläzen und dadurch registrieren, was das mit unserem Körper macht, könnte uns das zu einer Korrektur unserer Haltung bewegen. Die Forscher aus San Francisco und dem niederländischen Wormer haben das in verschiedenen Experimenten ausprobiert.

Darunter ist auch ein ganz einfaches Experiment, das wir direkt selbst nachmachen können: Dabei haben die Forscher in einem Hörsaal mit Studenten zwei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe sollte gerade sitzen, die andere eine ungesunde Sitzposition einnehmen, in der der Kopf sehr weit nach vorne gestreckt wird. Beide Gruppen wurden dann gebeten, den Kopf leicht nach links und rechts zu bewegen. 

Kleine Übung, große Wirkung

Dann wurde getauscht, also die Gerade-Sitzer sollten sich schief und die Schief-sitzer gerade hinsetzen und die gleiche Übung machen. Als die Studenten anschließend nach ihren Eindrücken gefragt wurden, sagten mehr als 90 Prozent, dass sie ganz überrascht waren, wie schlecht sie ihren Kopf in der schiefen Position drehen konnten. 

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In einem anderen Experiment wurde ähnlich verfahren. Hier wurden jedoch alle Teilnehmer gebeten, eine den Nacken belastende Position einzunehmen: also Schultern leicht nach vorne, Kinn etwas hoch – in etwa so, wie viele Menschen bei der Arbeit vor dem Computer sitzen. Diese Position sollten die Probanden eine halbe Minute lang halten. Nach ein paar Abfolgen der Übung waren auch hier die Probanden überrascht, wie stark ihre Spannungsschmerzen waren, obwohl sie die Haltung nur vergleichsweise kurz eingenommen hatten. Manche von uns sitzen so schließlich fast den ganzen Tag.

Soweit die Forscher. Wie genau man das Ganze dann aber in den Alltag überträgt, haben sie nicht untersucht. Da ist es nun an uns, die Erkenntnisse umzusetzen. Ein wichtiger Tipp ist, die Haltung oft zu wechseln: Immer wieder mal aufstehen, Handy weglegen, ein paar Schritte gehen - das ist oft gesünder als eine bestimmte Sitzhaltung dauerhaft einzunehmen, so Veronika von Borries. Und auch das Selbstexperiment lässt sich immer wieder im Alltag wiederholen.

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