Sich bewegen und Sport treiben kann den Rücken stärken und Schmerzen vorbeugen. Das gilt aber nicht für alle Sportarten im gleichen Maße. Manche Sportarten sorgen zwar für Muskeln, aber nicht rund um die Wirbelsäule.

Es gibt natürlich sehr viele Sportarten und die Frage ist auch, ob es sich um Freizeit- oder Profilsport dreht.

Die Formel Eins zum Beispiel – sicherlich kein gängiger Freizeitsport – ist eher nicht rückenschonend. Mal abgesehen von dem umfangreichen Training, das die Fahrer absolvieren.

Dennoch: Zuletzt hatten Stars der Formel Eins über extreme Rückenschmerzen geklagt. Grund dafür soll das "bouncing" sein. Die neuen Rennwagen hoppeln wohl mehr, rütteln die Fahrer stärker durch und das scheint auf den Rücken zu gehen. Der Automobil-Weltverband FIA hat inzwischen reagiert und versprochen, das Hüpfen der neuen Rennwagengeneration zu verringern oder sogar zu beenden.

Mancher Profilsport kann den Rücken extrem belasten

Nicht sonderlich gut für den Rücken sind ebenso die rhythmische Sportgymnastik oder auch das Geräteturnen, so Martin Halle. "Das sind natürlich Extrem-Belastungen für den Rücken", sagt der Sportmediziner. Und die können auf die Wirbelsäule gehen: zum einen auf die Wirbelkörper, ebenso auf die Muskulatur und die Bänder, die wie ein Gerüst die Wirbelsäule umgeben.

Aber kommen wir mal zu den Sportarten, die "Normalos" eher so in ihrer Freizeit machen. Dazu gehört zum Beispiel Joggen. Das sei sicherlich gut, stärke aber nicht besonders den Rücken, so Martin Halle.

Denkt an die Bauchmuskeln!

Das gelte auch für das Fahrradfahren. "Die Beine werden super belastet, aber die Rumpfmuskulatur eben nicht."

"Die Rumpfmuskulatur, die den Rücken hält, wird beim Joggen überhaupt nicht trainiert."
Martin Halle, Sportmediziner

Gerade die Rumpfmuskulatur sei aber wichtig für einen gesunden Rücken, der keine Schmerzen bereitet. Deshalb hat Martin Halle zwei Empfehlungen:

  • Bauchmuskulatur trainieren
  • Koordinationsübungen machen

Eine starke Bauchmuskulatur stabilisiert und entlastet die Wirbelsäule. Ebenso ist eine gute Koordination wichtig, so Martin Halle. Gute Übungen sind zum Beispiel auf einem Sportball zu sitzen und die Beine zu strecken. Oder auf einer Slackline zu balancieren. "Solche Übungen sind super gut, um Koordination und Kräftigung der Rumpfmuskulatur zu bewirken und Rückenschmerzen vorzubeugen", sagt der Mediziner. Auch Yoga und Pilates hält er für sinnvoll, aber sie müssen dann auch Koordinationsübungen stark im Fokus haben.

Als besonders rückenschonend gilt das Schwimmen. Das sei sicherlich richtig, denn im Wasser wird der Rücken entlastet. Voraussetzung ist jedoch eine gute Körperlage im Wasser. Deshalb gilt: "Kraulen ist besser als Rückenschwimmen", sagt Martin Halle.