Viel Liebe zur Natur und zu ihrem Partner hat Nele Wree dazu gebracht, als Rangerin auf der Hallig Süderoog zu leben und einige Entbehrungen dafür in Kauf zu nehmen.

Nele Wree lebt mit ihrem Partner Holger Spreer seit über einem Jahr auf der Hallig Süderoog als Rangerin. Die meiste Zeit des Jahres verbringt das Paar auf den 62 Hektar im schleswig-holsteinischen Wattenmeer recht einsam. Dafür haben die beiden umso mehr zu tun: Sie sind für den Küstenschutz zuständig, müssen ihren Hof in Schuss halten und kümmern sich um das Projekt Arche Hof. Ziel des Projekts ist es, alte Nutztierrassen zu erhalten, die durch die Massentierhaltung inzwischen gefährdet sind und auf der Roten Liste stehen. In ihrem Stall stehen zum Beispiel Coburger Fuchsschafe, Ramelsloher Hühner, Pommerngänse und Bronzeputen.

"Es war viel Interesse da an der Natur und an Tieren. Und alles andere ergibt sich irgendwie."
Nele Wree, Nationalparkwartin Süderoog

Um Süderoog einmal zu Fuß zu umrunden, braucht Nele eine gute Stunde. In den Sommermonaten bietet das Paar Touristen auf der Hallig Führungen an und erklärt, warum die Erhaltung der alten Nutztierrassen wichtig ist. Besonders romantisch veranlagte Pärchen können auf Süderoog auch heiraten. Die Hochzeitsgesellschaft samt Standesbeamten kommt zu Fuß übers Watt nach Süderoog gelaufen. Nele kocht dann für die Hochzeitsgesellschaft und kümmert sich um die Hochzeitszeremonie. Danach fährt sie die frisch Vermählten mit ihrem Boot zurück zur Insel Pellworm.

"Es gibt ein paar Schwierigkeiten hier, wie man zum Beispiel ohne Strom zurecht kommt."
Nele Wree, Nationalparkwartin Süderoog

Eigentlich hatte Nele Kunstgeschichte studiert und arbeitete zuletzt in einem Architekturbüro in Hamburg. Ihre Entscheidung mit Anfang 30 als Nationalparkwartin nach Süderoog zu ziehen, hat sie sich wohl überlegt, denn ihre neuen Aufgaben hat sie nicht gelernt. "Learning by doing" - so findet sich Nele in ihren neuen Alltag ein und muss dabei auch lernen nur mit wenig Strom auszukommen. Mit ein paar Solarplatten können sie im Haus ein wenig Licht schaffen und ein paar Geräte bedienen. Ansonsten müssen sie das Notstromaggregat anwerfen, das mit Heizöl betrieben wird.

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