Mit der Sonde aufs Feld, Schätze suchen und ausbuddeln? Eher keine gute Idee, weil so wichtige Informationen zu den Funden verloren gehen können. Daher braucht man fast überall eine Erlaubnis dafür, erklärt eine Archäologin.

Das Amtsgericht Merseburg hat einen Schatzsucher zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte versucht, auf Ebay eine große, alte Tasse aus Bronze zu verkaufen. Zu dem Fund gehören noch Gürtelschnallen und Anhänger, die der Angeklagte ebenfalls angeboten hatte.

"Die Tasse soll 3100 Jahre alt sein. Dazu gehören auch noch ein Haufen bronzener Kleinteile."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger hatte die Ebay-Anzeige bemerkt und das Landesmuseum in Halle benachrichtigt. Fest steht: In Sachsen-Anhalt und in Sachsen ist es verboten ohne die Genehmigung des Denkmalamts überhaupt gezielt nach solchen Artefakten zu suchen. Je nach Bundesland müssen die Funde abgegeben werden.

Graben kann den Fundzusammenhang zerstören

Der Grund ist, dass Schatzsucher bei ihrer Suche in der Regel weitaus mehr zerstören können, also sie denken – Fundzusammenhänge zum Beispiel. Jennifer Morscheiser kennt dieses Problem. Die Archäologin leitet das Museum Burg Linn im nordrheinwestfälischen Krefeld.

"Das schönste Beispiel ist vielleicht ein Toter, der mit Gürtelschnalle bestattet ist. Wenn der Sucher die rausnimmt, weiß der Archäologe nicht, wie dieser Tote zu datieren ist."

Wer eine Genehmigung hat, darf mit einem Metalldetektor, auch Metallsonde genannt, herumlaufen. Dabei darf er nur in bestimmten Gebieten, meistens auf Ackerflächen, suchen. Viele Menschen, die Sonden benutzen, haben Spaß dran, alte Münzen aufzuspüren oder andere Artefakte aus der Zeit der Weltkriege, vielleicht sogar aus der römischen Zeit. Sie wollen damit das Wissen über unsere Vorfahren erweitern.

Zusammenarbeit mit Sondensuchern

Carsten Konze gehört zu dieser Gruppe. Er betreibt den Youtube-Kanal German Treasure Hunt. Alle seine Suchen sind offiziell genehmigt. Grundsätzlich weiß Jennifer Morscheiser seine und die freiwillige Arbeit anderer Suchenden mit Sonden sehr zu schätzen.

"Also die Zusammenarbeit mit Sondengängern ist in der Archäologie richtig gut geworden. Es gibt ganz tolle Projekte, die ohne Sondengänger nicht vorstellbar gewesen wären."
Jennifer Morscheiser, Archäologin, Museum Burg Linn

So wurde das große römische Schlachtfeld bei Kalkriese in Niedersachsen Ende der 1980er Jahre von einem Sondengänger entdeckt. Bei vielen kleineren Projekten, bei Bauarbeiten in Städten beispielsweise, seien Schatzsucherinnen und Schatzsucher sehr hilfreich.