Barry Clifford ist seit ein paar Jahren der berühmteste Schatzsucher, der sein Funde zu einem medialen Spektakel macht. Gefährlich, sagen Wissenschaftler, denn der Hobby-Archäologe protzt mit Unwissen und beschädigt archäologische Stätten.

Barry Cliffords letzter spektakulärer Fund ist der Schatz des Piraten William Kidd vor der Küste Madagaskars. Der schottische Freibeuter hatte am Ende seiner Piratenlaufbahn sein Schiff Adventure Galley vor der Ostküste Madagaskars abgefackelt. Dort soll sich angeblich ein Teil seines Schatzes befinden, den Kidd erbeutete, als er 1698 das Handelsschiff Quedagh Merchant kaperte. Kidd segelte später mit der Quedagh Merchant nach New York City, dort wurde er verhaftet und an England ausgeliefert, wo er gehängt wurde. Käpt'n Kidds legendäres Leben inspirierte Edgar Allan Poe zur Kurzgeschichte "Der Goldkäfer" und Robert Louis Stevenson zu dem Roman "Die Schatzinsel".

Experten wie Ulrike Guerin, die für die Unesco das Kulturerbe unter Wasser betreut, zweifelt an der Aussage Barry Cliffords, die Adventure Galley gefunden zu haben und daran, dass es sich bei dem Schatz um das Silber von Käpt'n Kidd handelt.

Vor einem Jahr behauptete Barry Clifford ein weltberühmtes Wrack gefunden zu haben, nämlich die Santa Maria, mit der Christoph Kolumbus vermeintlich Westindien erreicht hat. Tatsächlich stellte sich nach Untersuchungen von Experten heraus, dass das Wrack statt über 500 Jahre alt zu sein, nur rund 200 Jahre auf dem Buckel hatte.

"Wir machen uns große Sorgen. Da werden unwiederbringliche kulturelle Artefakte und archäologische Stätten für immer beschädigt."
Ulrike Guerin, Unesco-Expertin

Verheerender findet Ulrike Guerin allerdings die Vorgehensweise von Barry Clifford. Völlig unwissenschaftlich würde der Schatzsucher in den Wracks wüten und hätte nur seinen Schatz im Blick. Dabei beschädige er sogar die archäologische Fundstätte. Was von der Fundstelle der Adventure Galley noch übrig ist, werden die Experten in ein paar Wochen feststellen. Die madagassischen Behörden haben die Unesco um eine Untersuchung gebeten.

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