Sigmar Gabriel nennt den ägyptischen Machthaber Al-Sisi einen "beeindruckenden Präsidenten". Vielleicht hat er ihm ja auch gesagt, er duftet wie eine Waldlilie. Das klingt das zwar sehr nett. Ist aber gar kein Kompliment. Die Staude riecht nämlich nach nassem Hund.

Da ist dieser eine Kollege im Büro, der geht einfach gar nicht. Und trotzdem ist klar: ihr müsst zusammen arbeiten. Was macht ihr dann? Tja, schwierige Frage. Aber am Ende kristallisieren sich drei Strategien heraus:

​Strategie Nummer 1: Höflich bleiben und nix sagen

Eine sehr beliebte Strategie. Einfach, weil sie nicht so anstrengend ist. Wer nichts sagt, muss sich auch nicht streiten. Ein freundliches Hallo am Morgen, ein flottes Tschüss am Abend - fertig.

"Ich versuch halt, so wenig wie möglich mit den Leuten dann in Kontakt zu kommen, und wenn’s nicht anders geht, einfach nett und freundlich winken. Und wenn ich nach Hause komm dann: Leck mich doch am Arsch."
Silas ist IT-Berater und Fan von Strategie Nummer 1

Auch Karriereberater Jochen Mai findet Strategie Nummer eins gar nicht so verkehrt. Funktioniert aber natürlich nur, wenn wir selber bestimmen können, wie intensiv der Kontakt mit dem Kollegen ist. Diese Möglichkeit haben wir aber natürlich nicht immer. Und dann?

"​Wenn das nicht geht, kommt man vermutlich an ner Aussprache nicht vorbei."
Jochen Mai, Karriereberater

Strategie Nummer 2: Die Meinung sagen

Egal wie harmoniesüchtig wir sind. Manche Konflikte müssen einfach ausgetragen werden. Wichtig ist natürlich, wie wir das machen. Und auch da gilt: Meinung sagen, aber bitte recht freundlich. Und vor allem - aber das kennen wir ja schon - keine Schuldzuweisungen. Karriereberater Jochen Mai rät zu konstruktiven Ich-Botschaften.

"Dass man sagt: Ich habe hier folgendes Empfinden, irgendwie macht mir das Probleme, aber wie kommen wir denn dann hier zusammen?"
Jochen Mai, Karriereberater

Strategie Nummer 3: Super nett sein

Zugegeben, die dritte Strategie ist nicht für jeden was. Bei Studentin Nora läuft sie aber ganz automatisch ab. Je weniger sie jemanden leiden kann, desto freundlicher ist sie zu dieser Person. Frei nach dem Motte "Liebe deinen Feind".

"Ich glaube, es ist schon psychofreundlich damit man keinen Streit anfängt. Ich tue dann so als wären das meine besten Freunde. Aber nicht um denen das zu zeigen, sondern um mir selber das einzureden, dass alles cool ist."
Nora, Studentin aus Köln

Das ändert natürlich nichts am bestehenden Problem. Aber vielleicht hat die Super-nett-sein-Strategie ja auch ihre Vorteile. Denn wie singen schon "Die Ärzte" in ihrem Hit "Lasse reden":

"Ein bisschen Heuchelei kannst du dir durchaus leisten, bleib höflich und sag nichts. Das ärgert sie am meisten."
Die Ärzte - Lasse reden