Könnt ihr auch nicht einschlafen? Das kann am künstlichen blauen Licht von Computern, Tablets und Smartphones liegen. Die führen unser Gehirn ständig auf die falsche Fährte.

Nach links wälzen, nach rechts wälzen, Schäfchen zählen, nichts hilft - wir bleiben wach. Und damit sind wir nicht allein. Unsere durchschnittliche Schlafdauer ist in den vergangenen 50 Jahren an Werktagen um anderthalb Stunden gesunken - von achteinhalb auf unter sieben Stunden. Das hat Charles Czeisler, Leiter der Abteilung für Schlafforschung am Brigham and Women’s Hospital, in einem viel geteilten Artikel im New Yorker verraten. 30 Prozent der Befragten kommen demnach sogar auf unter sechs Stunden. Und 69 Prozent sagen: Wir schlafen zu wenig.

Ein ganz entscheidender Grund, warum wir nicht zur Ruhe kommen, ist das Licht. Unsere Augen haben nämlich spezielle Fotorezeptoren, die sehr sensibel auf Lichtwechsel reagieren. Ihre wichtigste Aufgabe: unseren Tag-Nacht-Rhythmus regulieren. Diese Rezeptoren haben außerdem einen direkten Draht zu dem Teil des Gehirns, das unsere innere Uhr steuert.

Energie in den Körper

Wenn wir ständig auf Smartphones oder Tablets starren, führen wir unsere Rezeptoren auf die falsche Fährte. Diese Lichtquellen senden kurzwelliges blaues Licht aus. Blaues Licht signalisiert unserem Gehirn vor allem, dass jetzt nicht die richtige Zeit ist, um schlafen zu gehen. In der Folge wird Energie in unsere Körper gepumpt. Schon nach fünf Tagen haben Wissenschaftler bei Versuchen Unterschiede zwischen Probandengruppen festgestellt, die zum Einschlafen ein E-Book oder die Papierversion gelesen haben.

Aber ganz ohne Smartphones geht es auch nicht. Oder nicht so einfach. Immerhin werkelt die Nasa gerade an einem System, das nach Bedarf von blauem auf wärmeres Licht umschaltet. Ab 2016 soll dieses Tag-Nacht-Regime an Bord der Internationalen Raumstation ISS herrschen. Und auf der Erde? Schon heute gibt es Apps, mit deren Hilfe ihr die Bildschirmfarbe auf euren Smartphones verändern könnt. Oder ihr erklärt euer Schlafzimmer einfach zur Touchscreen- und Blaulicht-freien Zone.