In Mecklenburg-Vorpommern hat der Schleudersitz einem Piloten das Leben gerettet. Mitbekommen hat er davon wohl wenig.

"Auf einem Schleudersitz sitzen" ist auch eine Redewendung, die zum Beispiel für manche Politiker oder Fußballtrainerinnen zutrifft, wenn klar ist, dass man bei dem Job nicht viel gewinnen kann und wahrscheinlich sowieso bald wieder entlassen wird.

Kampfpilotinnen und Kampfpiloten dürften dagegen froh sein, einen Schleudersitz zu haben, denn im Zweifelsfall rettet er Leben. So ist es bei einem Kampfpiloten passiert, der im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern unterwegs war und mit einem anderen Jet zusammenstieß.

"Vorausgesetzt das System funktioniert und der Pilot bricht sich bei der Landung mit dem Fallschirm nicht das Genick, passiert eigentlich nichts. Das System ist sehr zuverlässig."
Thomas Wassmann, Kampfjet-Experte und Vorsitzender des Verbandes der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge der Deutschen Bundeswehr

Der Schleudersitz ist die letzte Rettungsmaßnahme – zum Beispiel, wenn das Flugzeug manövrierunfähig ist. Oder wenn das Triebwerk ausgefallen ist und der Pilot davon ausgehen muss, mit der Maschine zusammen abzustürzen.

Um den Schleudersitz zu aktivieren, muss die Pilotin einen Griff ziehen. "Und das mit einer gewissen Mindestkraft", sagt Thomas Wassmann, Kampfjet-Experte und Vorsitzender des Verbandes der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge der Deutschen Bundeswehr. Denn es soll unbedingt verhindert, dass der Schleudersitz-Prozess versehentlich ausgelöst wird.

Pilot wird sofort ohnmächtig

Und dann geht alles ganz schnell: Der Körper und die Beine werden mit Gurten an den Sitz herangezogen, damit beim Herausschleudern kein Körperteil hängen bleibt. Das Cockpit-Dach wird weggeschleudert, und dann katapultieren kleine Raketen den Sitz inklusive Pilot vom Flugzeug weg.

Von alldem bekommen die Piloten nichts mit, denn die wirkenden Kräfte (bei zum Beispiel 800 Kilometer pro Stunde) sind so stark, dass sie sofort ohnmächtig werden. In der Regel kommen die Piloten am Fallschirm hängend wieder zu Bewusstsein.

Training nicht möglich

Es gibt zwar Nachbauten, mit denen die Schleudersitz-Sequenz ansatzweise am Boden nachempfunden werden kann. "Das hat mit den eigentlich auftretenden Kräften aber nichts zu tun", sagt Thomas Wassmann. Ein richtiges Training ist also nicht möglich.