Schnee im Frühjahr könnte eine Folge des Klimawandels sein. Laut Forschenden liegt das daran, dass das Meer in Richtung Nordpol im Winter nicht mehr in gleichem Maße von Eis bedeckt ist wie früher. In den übrigen Wintermonaten sorgt der Klimawandel aber offenbar nicht für mehr Schnee.

Manchmal wird es gegen Ende des Winters oder sogar im Frühjahr nochmal richtig kalt und es kann auch schneien. Ein Forschungsteam hat in einer neuen Studie festgestellt, dass das eine Folge der Erderwärmung ist. Die Forschenden haben sich extreme Schnee-Ereignisse zwischen Ende Februar und März angeschaut. In ihrer Studie haben sie sich vor allem mit dem Wintereinbruch Ende Februar 2018 beschäftigt. Die Briten hatten dieses Wetterereignis "The Beast from the East" genannt, weil es so viel geschneit hatte, sagt Deutschlandfunk Nova-Reporterin Veronika von Borries.

Schneemassen kamen von der Barentssee

Laut den Forschenden kam dieser Schnee von der Barentssee, dem Meer vor der Küste Norwegens und Russlands Richtung Nordpol. Eigentlich sei die Barentssee im Winter zum größten Teil zugefroren. Im Winter 2018 waren aber 60 Prozent der Barentssee frei und so habe mehr Wasser als sonst aus dem Meer verdunsten können. Laut den Autorinnen und Autoren der Studie wurden rund 140 Gigatonnen Wasser in die Atmosphäre aufgenommen, während das "Beast from the East" wütete. Dieses Wasser habe für den größten Teils des Schnees gesorgt, der dann über Nordeuropa gefallen ist.

Klimawandel begünstigt extreme Wetterereignisse

Der Wintereinbruch im Februar 2018 ist aus Sicht der Forschenden ein Extremereignis gewesen, was sich so nicht jeden Winter wiederholen wird. Andererseits steige die Wahrscheinlichkeit solcher extremen Wetterereignisse durch den Klimawandel an. Das zeige der Vergleich der Extremwinter 2018 und 1979. Laut den Daten des Forschungsteams hatte es 1979 im Februar ebenfalls nochmal einen Schneeschub gegeben. Der Unterschied: Damals war die Barentssee noch zu einem viel größeren Teil mit Eis bedeckt und nur 1,4 Gigatonnen Wasser verdunsteten.

Nicht mehr Schnee im Winter an sich

Es ist hingegen nicht zu erwarten, dass es aufgrund des Klimawandels generell im Winter mehr Schnee bei uns geben wird, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Veronika von Borries. Aber die extremen Schneefälle am Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahr werden aller Voraussicht nach noch extremer. Die Winter würden also aufgrund des Klimawandels eher noch chaotischer.