Schwarzfahren, Drogen, Gewaltdelikte: Eine kriminelle Laufbahn fängt oft mit kleineren Straftaten an. Das Gericht in Bremen verdonnert straffällig gewordene Jugendliche zu einem Schnuppertag im Knast - zur Abschreckung.

Eine gewisse Nervosität lässt sich den Jugendlichen ansehen, bevor sie durch die Sicherheitsschleuse gehen und das Gefängnis betreten. Autorin Anke Wiebersiek hat straffällig gewordene Jugendliche bei einem sozialen Training begleitet, das ihnen vom Gericht verordnet wurde. Dazu gehört auch, dass sie die Bremer Justizvollzugsanstalt besuchen und mit den Insassen sprechen. Die Realität innerhalb der Gefängnismauern soll die Jugendlichen abschrecken und dadurch verhindern, dass sie eines Tages dort landen.

"Aus einem kleinen Delikt wurde ein großes, und dann habe ich 4,5 Jahre gekriegt. Ich kann euch nur raten, diese kleinen Delikte nicht zu unterschätzen - sie können zu einem großen Problem werden."
Gefängnisinsasse Mehmet, JVA Bremen
Jugendliche besuchen zur Abschreckung die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel.
© dpa
Die bedrückende Atmosphäre in der JVA hinterlässt einen starken Eindruck bei den Jugendlichen.

Gefängnisinsassen erzählen von ihrem Alltag

Das Projekt Gefangene helfen Jugendlichen will jungen Menschen, die schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, zeigen, wie hart der Knastalltag sein kann. Ein Schnuppertag, der sozusagen die Augen öffnen soll. Ursprünglich stammt das Projekt aus Hamburg, wird jetzt aber auch in Bremen durchgeführt. Unsere Autorin Anke Wiebersiek hat ein paar Jugendliche bei ihrem Besuch in der Bremer Justizvollzugsanstalt begleitet - und dort im Gespräch mit Insassen so einiges über den Gefängnisalltag erfahren.

"Wenn diese Tür zu ist, dann ist kein Beamter da, dann ist Mami auch nicht da, dann ist keiner da, da sind nur vier Wände. Und das durchzuhalten, das ist schwierig."
Gefängnisinsasse Mehmet, JVA Bremen