Dieses Hobby erinnert ein bisschen an "Game of Thrones": der Schwertkampf. Unsere Reporterin hat ein Training besucht und mit Schwertkämpferinnen und Schwertkämpfern gesprochen.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anita Horn ist zu Gast bei Kappaval, einer "Freikampfgruppe" aus Köln, die europäischen Schwertkampf trainiert: Die fünf Männer und eine Frau sind bei ihrem Schwertkampftraining ausgestattet wie echte Krieger – mit kiloschweren Kettenhemden und Eisenhelmen. Sie simulieren eine Schlacht aus dem Mittelalter.

Dazu kommen moderner Schienbein- und Lendenschutze – die stammen aus dem Motocrossbereich, erklärt Trainer Nico. Sichtbar ist die zeitgenössische Schutzkleidung nicht, denn darüber wird historische Polsterkleidung getragen. Und die Handschuhe, die der Trainer über seinen Händen hat, hat es im Mittelalter auch nicht gegeben – aber Nico möchte seine Hände nicht gefährden.

"Meine Handschuhe sind nicht historisch, die Krieger damals werden keine getragen haben, aber meine Finger sind mir wichtiger als den Leuten damals. Deshalb trage ich Protektoren.“
Kappaval-Trainer Nico
Die Gruppe Kappaval trainiert in Köln Schwertkampf
Die Gruppe Kappaval trainiert in Köln Schwertkampf

Entschärfte Kampftechnik im Schwertkampftraining

Kappaval ist altwestnordisch und heißt "die auserwählten Kämpfer". Hier geht es aber vor allem um den sportlichen Aspekt und die Sicherheit aller Beteiligten: Neben dem Freikampf gibt es das Reenactment Fighting – dabei wird eine Epoche wie das Mittelalter nachgestellt und mit entschärfter Kampftechnik trainiert, erklärt Nico.

"Was wir machen ist einen Kompromiss finden. Wir wollen einerseits historisch angelehnt kämpfen, aber einen unhistorischen Ausgang: nämlich keine Verletzungen erleiden.“
Kappaval-Trainer Nico über seine Idee vom Training
Meike trainiert in der Kappaval-Gruppe in Köln
Meike trainiert in der Kappaval-Gruppe in Köln

Unter den Teilnehmenden ist auch Meike – sie ist 27 und fordert Anita auf, mitzumachen. Auch erste Techniken erklärt Meike unserer Reporterin: nämlich die vier Grundschläge und die Paraden darauf. Meikes Schläge zu parieren, fällt Anita leicht – das Schwert lange zu halten und Meike tatsächlich anzugreifen dafür umso schwerer. Und Anita hat Hemmungen ihre Gegnerin zu treffen. Irgendwie stoppt sie automatisch, anstatt den Schlag bis zum Ende auszuführen.

Interesse für das Mittelalter oder "Games of Thrones" sorgen für Zulauf

Auch Alex nimmt am Training teil. Er ist 28 und macht gerade ein Bundesfreiwilligenjahr an einer Förderschule, um Erzieher zu werden. Nach Thaiboxen und Mixed Martial Arts vor fünf Monaten ist er nun zu Kappaval gekommen. Alex interessiert sich für mittelalterliche Geschichte und ist großer Phantasyfan – so ist er zum Schwertkampf gekommen: Angefangen hat sein Mittelalterinteresse mit Videospielen. Dann kamen Serien dazu. Natürlich auch "Games of Thrones".

"Angefangen hat es bei mir mit Videospielen, 'Final Phantasy', 'Gothic' und aus der Filmerichtung 'Herr der Ringe', '300' und 'Game of Thrones' ist natürlich auch eine tolle Serie."
Alex von der Kölner Kappaval-Gruppe

Genau solche Serien sind es, die immer mehr Leute dazu bewegen, Gruppen wie Kappaval aufzusuchen. Trainiert werde bei Wind und Wetter draußen im Park, erzählt Schwertkämpfer Leon.

Gruppen gibt es in vielen Städten

Gruppen, die sich dem historischen Schwertkampf widmen, gibt es inzwischen in vielen Städten: egal ob in Köln, in Berlin oder kleinen Städten wie Aurich und Albstadt. Einige Gruppen trainieren sehr ambitioniert, um sich für die Weltmeisterschaft, dem Battle of the Nations, zu qualifizieren. Andere genießen vor allem die Gemeinschaft und den Spaß – so wie Meike, Nico und die anderen in Köln.