Man muss sich Klamotten nicht immer brandneu kaufen. Second Hand ist angesagt - und Mode kann sogar geliehen werden. Wie funktioniert das?

Mode ist ein schmutziges Geschäft: Die Modeindustrie ist der zweitgrößte Umweltverschmutzer nach der Luftfahrt. Wichtiger Faktor ist, wie lange ein Kleidungsstück getragen wird. Logisch: Ein Top, das nach dreimal Tragen in den Müll wandert, hat eine ziemlich schlechte CO2-Bilanz. Es gibt deswegen Kundinnen und Kunden, die Interesse an nachhaltiger Mode haben.

Einer der Trends, wenn es um nachhaltige Mode geht, ist: Klamotten zu leihen, statt zu kaufen. Vom üblichen Shopping unterscheidet sich das eigentlich nicht. "Das Prinzip ist halt immer, dass erstmal eigentlich alles, wie beim normalen Shopping läuft", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. "Nur dass man die Klamotten irgendwann wieder zurückbringt."

Mode im Abo

Finanziell funktioniert das nach zwei verschiedenen Modellen. Entweder ihr leiht euch einzelne Teile und zahlt dafür einen bestimmten Betrag. Oder ihr schließt eine Art Abo ab. Da zahlt ihr dann einen monatlichen Betrag. "Je nachdem wie fancy der Store oder die Marken sind, kostet das ganze grob zwischen 30 und 80 Euro", erklärt Anke. Für den Betrag könnt ihr euch dann eine bestimmte Anzahl von Klamotten leihen.

Bei vielen Angeboten geht es um Mode, die einmalig für einen bestimmten Anlass getragen wird. Bei Moss Bros könnt ihr zum Beispiel online Anzüge leihen oder bei Rent The Runway gibt es schickere Abendmode für Frauen und Hochzeiten. "Da geht es also eher um Sachen, die man wirklich nur ein einziges Mal im Jahr oder sogar nur einmal im Leben braucht", sagt Anke van de Weyer.

"Was unsere Kunden gemeinsam haben, ist den Spaß an Mode und das Wissen, wie wichtig es ist, bei Modekonsum auf Fairness und auch unsere Umwelt zu achten."
Josefine Bahrs von der Kleiderei

Es gibt aber auch Anbieter, die sich auf Alltagsmode spezialisiert haben. Die Kleiderei zum Beispiel hat Filialen in Köln und Freiburg und hat ganz verschiedene Kundinnen und Kunden. "Da haben wir Schülerinnen ab 14 und auch irgendwie Nachbarinnen, die schon über 60 sind, alles dabei", sagt Store-Managerin Josefine Bahrs. Spaß an Mode und das Interesse an fairem Modekonsum und Umweltbewusstsein sind ihnen wichtig - egal welches Alter.

Das Leihsystem mache die Klamotten sauberer, sagt Josefine Bahrs: "Je länger wir ein Kleidungsstück tragen, desto nachhaltiger ist es im Grunde." Der Verbrauch von CO2, Wasser und Abfall reduziere sich um 20 bis 30 Prozent, wenn wir Mode neun Monate länger als im Durchschnitt tragen.

"Im Moment ist das eher noch eine Nische für Idealistinnen und Idealisten."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Leihangebote wie die Kleiderei gibt es einige, aber der ganz große Erfolg lässt noch auf sich warten. "Einerseits gibt es das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit", sagt Anke. "Auf der anderen Seite machen die ersten Angebote auch schon wieder dicht."

Denn die Leih-Systeme sind aufwändig: Es wird nicht nur einfach ein Stück verkauft und fertig. Es braucht Instandhaltung und Logistik. Anke sagt: "Im Moment ist das eher noch eine Nische für Idealistinnen und Idealisten."